{"id":108,"date":"2014-06-13T16:24:12","date_gmt":"2014-06-13T14:24:12","guid":{"rendered":"http:\/\/abenteuerpiloten.de\/?page_id=108"},"modified":"2021-06-06T21:46:58","modified_gmt":"2021-06-06T19:46:58","slug":"kroatien-2012","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/abenteuerpiloten.de\/?page_id=108","title":{"rendered":"KROATIEN 2012"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>Heike<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit einer an mich gesendeten Mail und der Frage \u201eWas h\u00e4ltst\u00b4n davon??? \u201c fing alles an. Die urspr\u00fcngliche Mail war von einem Bekannten von Robert der eine UL-Tour nach Unije, Kroatien organisiert hat und daf\u00fcr noch Mitflieger suchte. Robert hat diese Mail mit den drei zus\u00e4tzlichen Worten an mich weitergeleitet. Kurz durchgelesen und beschlossen, dass ich sehr viel davon halte, ein weiteres Wort \u201ecoooool\u201c hinzugef\u00fcgt und zur\u00fcck an Robert gemailt. Damit war ausgemacht, dass wir bei der Tour dabei sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun standen wir vor der ersten gro\u00dfen Herausforderung. Mit was fliegen wir nach Kroatien? Unser erster Gedanke war: Wir chartern uns die Breezer (Fl\u00e4chen UL) von Mike. Die Breezer fliegt ziemlich schnell, ist komfortabel hat eine Heizung und ziemlich viel Platz f\u00fcr alles was man f\u00fcr den Kurztrip so ben\u00f6tigt. Mike ist Flugschulinhaber und Flugplatzbetreiber, h\u00e4lt mich im tiefsten Inneren f\u00fcr total durchgeknallt hilft mir aber immer bei allem was das Fliegen betrifft. Schnell haben wir uns in sein Buchungssystem eingew\u00e4hlt und waren entsetzt. Da hatte es doch tats\u00e4chlich jemand gewagt vor uns eine Reservation einzugeben. Frechheit! Wer wagt es mit der Breezer zu fliegen ohne uns zu fragen\u2026 Nach kurzer \u00dcberlegung, ob unsere rhetorischen F\u00e4higkeiten ausreichen den \u201eMitbewerber\u201c davon zu \u00fcberzeugen, dass er uns die Maschine \u00fcberl\u00e4sst, kommt uns der zweite und eigentlich sehr naheliegende Gedanke. Wenn es darum geht im Sinne von \u201emein Haus, mein Auto, mein Boot\u201c aufzutrumpfen sind wir ganz vorne mit dabei. Bei Robert und mir f\u00e4llt zwar das Haus und das Boot weg daf\u00fcr k\u00f6nnen wir mit Bildern von unseren Flugger\u00e4ten punkten. Folglich ist unser n\u00e4chster Gedanke: Wir nehmen eines unserer eigenen Flugger\u00e4te! Nun ist es wie beim 50:50 Joker. Es gibt nur noch zwei M\u00f6glichkeiten. Roberts Schnuffi oder mein Baby? Anders ausgedr\u00fcckt: Savannah oder MTO-Sport? Coup\u00e9 oder Cabrio? Fl\u00fcgel oder Rotor?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu meiner gro\u00dfen \u00dcberraschung l\u00e4sst sich Robert ohne Diskussionen auf mein Baby ein. Ein Fl\u00e4chenflieger der noch bis vor kurzem \u00fcber Tragschrauber gel\u00e4stert und nichts Gutes daran gelassen hat will freiwillig mit dem Gyro \u00fcber die Alpen nach Kroatien und ist mir dabei komplett ausgeliefert (Robert hat keine Tragschrauberlizenz)! Ich fasse es nicht! Vor Staunen f\u00e4llt mir das Essen das ich gerade in den Mund geschoben habe wieder auf den Teller. Es gibt noch Wunder auf dieser Welt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Wunder bedeutet aber auch das \u201eAus\u201c f\u00fcr unser Rundum Sorglos Flugpaket. Die anderen Teilnehmer der Reise fliegen Maschinen bei denen die Stallspeed nur knapp unter unserer maximalen Reisegeschwindigkeit liegt. Aber egal. Das macht die Sache viel spannender denn nun fliegen wir alleine und treffen erst in Unije auf die Gruppe. Wir haben ja immerhin noch einen Tag Zeit zum organisieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>Robert<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist Freitag, der 7. September 2012. Eines der letzten warmen Wochenenden ist angesagt, als ich mich fr\u00fchmorgens am Flugplatz Peiting wie zu einem Mount Everest Aufstieg vom Basislager zum Gipfel in Unmengen von dicken Jacken und Overalls zw\u00e4nge. Wozu das Ganze? Um mich auf den R\u00fccksitz eines Gyrokopters zu schnallen und den unheimlichen Plan umzusetzen, mit diesem Ding \u00fcber die Alpen zu schnurren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sei erw\u00e4hnt, dass ich als eingefleischter Fl\u00e4chenflieger die Meinung vertrete, ein Gyro eigne sich bestenfalls f\u00fcr eine Umrundung des \u00f6rtlichen Kirchturmes aber keinesfalls f\u00fcr eine Alpen\u00fcberquerung. Dies hat wohl auch der zust\u00e4ndige Fliugplankoordinator der DFS (Deutschen Flugsicherung) so gesehen. Als wir unseren Flugplan nach Kroatien online abgeschickt hatten, hat es keine f\u00fcnf Minuten gedauert bis das Telefon klingelte. Der Controller kannte den Flugzeugtyp nicht ben\u00f6tigte diesen aber um den Flugplan zu bearbeiten. Nachdem ich ihn aufgekl\u00e4rt hatte kam nur ein entsetztes \u201ejedem das Seine\u201c aus dem H\u00f6rer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heike, die wagemutige Pilotin, ist im gl\u00fccklichen Besitz einer Heizjacke. Ihre kleine Handtasche findet im \u201eHandschuhfach\u201c Platz. Der Gep\u00e4ckraum ist \u00e4u\u00dferst knapp bemessen. Mein Rucksack kommt nur mit an Bord, weil die zierlich gebaute Heike diesen als R\u00fcckenlehne verwenden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[envira-gallery id=&#8220;248&#8243;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>Heike<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Peiting werden wir von Mike erwartet dem ich am Vortag von unserem Vorhaben erz\u00e4hlt habe. &#8211; Tragschrauber checken, Gep\u00e4ck einladen und Abflug. &#8211; \u00a0So habe ich mir das zumindest vorgestellt. Mit dem checken liegen wir auch noch voll in der Zeit. Die \u201eReisebekleidung\u201c ist auch z\u00fcgig angezogen, \u2026 aber dann \u2026 der Gep\u00e4ckberg neben dem Tragschrauber wird, auch nachdem wir schon mehr anhatten als eigentlich vorgesehen, nicht kleiner. Wir m\u00fcssen feststellen, dass ein MTO-Sport kein Cargoflieger ist. Nun ist es Zeit f\u00fcr ein Spiel. Das Spiel hei\u00dft \u201eGep\u00e4ckpocker\u201c. Jedes einzelne St\u00fcck wird hochgehalten und dann entschieden ob es mit darf oder nicht. Ich bin die gro\u00dfe Verliererin. \u00a0\u201eZwei Paar Schuhe kannst vergessen. Die, die Du anhast reichen.\u201c \u201eWie viel Pullis willst denn noch mitnehmen?\u201c So geht es weiter bis der Gep\u00e4ckberg soweit geschrumpft ist, dass wir ihn im und um den Tragschrauber unterbringen k\u00f6nnen und das Ganze auch noch innerhalb des Gewichtlimits.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>\u00a0Robert<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nun ist es soweit. Ich werde auf meinem R\u00fccksitz vorbei an dem sympathischen Platzbetreiber Mike auf die Piste gerollt. Wie ein s\u00fcdamerikanischer Busfahrer, der kurz vorm \u00dcberholvorgang im Nebel noch seine Fingerspitzen k\u00fcsst und diesen Kuss mit einem gl\u00e4ubigen \u201cPor Dios\u201c gen Himmel wirft, verabschiede ich mich von ihm. Sein Blick l\u00e4sst gemischte Gef\u00fchle erahnen, neidisch, bewundernd, ungl\u00e4ubig. Zweifelnd, ob Heike und ich dieses Vorhaben wirklich durchziehen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>Heike<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorrotation, Kn\u00fcppel ziehen, Bremse los, Vollgas \u2026 Kroatien wir kommen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste Teil der Route ist \u00fcber den Tegernsee nach Zell am See geplant. Ich gehe nach dem Start auf Kurs Richtung Tegernsee. Da habe ich auch schon Mike \u00fcber Funk in den Ohren \u201ewo liegt denn bei Dir der Tegernsee? Bist Du sicher, dass Du nach Kroatien findest?\u201c Nahezu zeitgleich kommt es auch hinter mir zu v\u00f6llig unn\u00f6tigen Kommentaren. Mike hat vom Boden aus leicht reden. Er ist ja au\u00dferhalb meines Gefahrenbereichs. Aber nicht mein \u201eHintermann\u201c. Was habe ich in Griffweite, um es nach hinten zu werfen? Au\u00dfer meinem Rucksackpolster leider nichts. Mist. Nun m\u00fcssen meine giftigen Worte ausreichen. Aber warum eigentlich aufregen? Ich mache mir jetzt einfach ein sch\u00f6nes Leben auf der Tour. Soll doch Robert die Navigation \u00fcbernehmen und den Funk gleich mit dazu. Ab sofort fliege ich mit Navigator und Funker. Ich bin Kapit\u00e4n und alles andere ist nun Robert\u00b4s Job. Das hat er davon!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>Robert<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleich nach dem Start h\u00f6r ich Mike im Funk, dass unser erster Waypoint Tegernsee etwas weiter rechts liegen w\u00fcrde.\u00a0 Heikes Argument \u201eIch fliege aber immer so zum Tegernsee\u201c l\u00e4sst mich auf meinem Passagiersitz aufhorchen und sofort beginne ich meine Arbeit als Navigator aufzunehmen. Ausger\u00fcstet bin ich wie ein Waffensystemoffizier im Kampfjet. Links am Knie klebt das Ipad mit dem Flugnavigationsprogramm, rechts am Oberschenkel die Kartentasche. Zus\u00e4tzlich baumelt eine schwere Spiegelreflexkamera um meinen Hals. Die Gelegenheit, offen dahinzufliegen und nach rechts und links ohne Scheibe uneingeschr\u00e4nkt fotografieren zu k\u00f6nnen z\u00e4hlt definitiv zu den gro\u00dfen Vorteilen dieses Fliwat\u00fcts. Daf\u00fcr nehme ich gerne ein maues Gef\u00fchl um die Magengegend in Kauf. Zugegeben, die erste halbe Stunde brauche ich, um mich hier einigerma\u00dfen wohl zu f\u00fchlen. Nicht mal durch meine weitere Funktion, meinem Job als Funker kann ich mich ablenken, da es bis kurz vor unserem ersten Etappenziel nichts zu funken gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber die Benediktenwand, Guffert und Wilden Kaiser vorbei geht es Richtung Zell am See. Soviel zur Navigation Richtung Tegernsee. Den Tegernsee bekomme ich auf der ganzen Tour nicht zu Sehen. Ich beschlie\u00dfe aber nichts zu sagen, da die Landschaft schon auf dem ersten \u201eleg\u201c nach Zell am See so beeindruckend ist, dass ich nur noch mit fliegen, schauen und genie\u00dfen besch\u00e4ftigt bin. Gl\u00fcck f\u00fcr Robert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe mich nicht vernavigiert sondern einfach eine Abk\u00fcrzung genommen. Ehrf\u00fcrchtig knattern wir zwischen Guffert und Un\u00fctz hindurch, lassen den Achensee rechts an uns vorbeiziehen, queren das m\u00e4chtige Inntal hin\u00fcber zu der beeindruckenden Hangbew\u00f6lkung am Wilden Kaiser. Die bizarren Wege an den Flanken des Lofer Gebirge erinnern an Zorro\u00b4s Degenstreiche. Inzwischen ist jegliches mulmiges Gef\u00fchl weg. Im wahrsten Sinne des Wortes \u201everflogen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun sind wir schon kurz vor Zell und h\u00fcpfen mit unserem Fliwat\u00fc \u00fcber den dortigen See. Nun kommen endlich meine F\u00e4higkeiten als Funker zum Einsatz. Da sich unser Abflug doch erheblich verz\u00f6gert hat sind wir hinter unserem Plan. Hinter unserem Flugplan, den wir gestern aufgegeben haben. Ich melde mich bei der FIS Wien, die nun daf\u00fcr zust\u00e4ndig ist und teile dem Lotsen mit, dass wir die angegebene Startzeit in Zell am See nicht einhalten k\u00f6nnen, da wir dort noch nicht einmal gelandet sind. Beim Fliegen mit Flugplan komme ich mir immer vor wie ein Gro\u00dfer. \u201eGround Control to Major Robert\u201c \u2026 David Bowie l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einem Tank- Essens- und Zollstopp in Zell beschlie\u00dfen wir uns unsere urspr\u00fcnglich geplante Route am Gro\u00dfglockner vorbei lieber etwas abzu\u00e4ndern, um gen\u00fcgend Zeit zu haben, um H\u00f6he zu gewinnen. Bei den knapp 30 \u00b0C am Flugplatz eine gute Entscheidung, wie wir von der Restaurantterrasse gut beobachten k\u00f6nnen. Ein \u201eTragschrauberkollege\u201c der auf dem Weg nach Bulgarien ist versucht verzweifelt H\u00f6he zu gewinnen um \u00fcber den Gro\u00dfglockner zu kommen. F\u00fcr uns ist es nett anzuschauen wir er einen Kreis nach dem anderen zieht, auf der Suche nach Thermik, die ihn beim Steigen unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir beschlie\u00dfen aber dass wir lieber im Tal entlang Richtung Mauterndorf fliegen und so gen\u00fcgend Zeit haben langsam auf unsere Reiseflugh\u00f6he zu kommen. \u00dcber den Katschberg und den Millst\u00e4tter See geht es weiter Richtung Italien und Slowenien. Ich bin zum ersten Mal mit einem Flugger\u00e4t, das kleiner ist als ein CRJ der Lufthansa \u00fcber den Alpen. Das Gef\u00fchl offen \u00fcber den Gipfeln zu schweben ist unbeschreiblich. Langsam, aber stetig, steigen wir. Da ich die maximale Flugh\u00f6he eines MTO vorher noch nicht ausprobiert habe, vertraute ich einfach auf die 10.000 Fu\u00df die im Handbuch angegeben sind. Diese knacken wir locker.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier oben werden alle sonstigen \u201eProbleme\u201c zur Nebensache. Ich bin einfach nur gl\u00fccklich diese wundersch\u00f6ne Natur in all ihrer M\u00e4chtigkeit aus der Vogelperspektive zu erleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf knapp 10.000 Fu\u00df angekommen ist es irre kalt auf dem Waffenoffizierssitz. Meine tropfende\u00a0 Nase haut mir die Linse der Kamera voll. Der Ausblick jedoch von hier oben ist enorm. Gewaltig, faszinierend, wild, fesselnd \u2026 mir fehlen die Worte. Das Gro\u00dfglocknermassiv ist immer noch gut zu erkennen, die Nordflanke des Katschberg imponiert m\u00e4chtig. Steil aufragend und danach einfach nur ein kompakter Klopfer an Fels. Das Wetter ist so einmalig, dass man Luftspr\u00fcnge machen k\u00f6nnte. In gewissem Sinne machen wir das ja auch. Gerne w\u00fcrde ich oben auf einem der Hochebenen zwischenlanden oder einen Touchdown vollziehen, so freundlich und einladend sieht alles aus. Goldeck vor uns, Mittersill unter uns, Drautal rechts und hinten stehen die Flanken der Karawanken. Ich wei\u00df nicht wo ich zuerst hin schauen und Bilder machen soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da werden meine Gedanken kurz von meiner Funkert\u00e4tigkeit unterbrochen. Wien reicht uns weiter an Lublijana. \u201eLublijana\u201c Information D-MHMN good day\u201c melde ich mich, werde sogleich freundlich begr\u00fc\u00dft und erhalte die Genehmigung f\u00fcr den \u00dcberflug \u00fcber den Triglav Nationalpark. Ein Traum!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bovec und das Socatal liegen unter uns. Ich komme mit dem fotografieren gar nicht mehr nach und reagiere fast ungehalten, als Heike von mir verlangt kurz den Steuerkn\u00fcpel, den es in dem Tragschrauber auch auf dem hinteren Sitz gibt zu \u00fcbernehmen. Sie will am Transponder den uns zugeteilten Code einstellen, was im Gyro bedeutet: Handschuhe ausziehen und Handschuhe festhalten, da alles was nicht fest ist sich aus dem Tragschrauber verabschiedet. Dies ist f\u00fcr mich sehr Gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig. In meiner Savannah lege ich die Karte, die Sonnenbrille, den Stift oder was auch immer ich gerade in der Hand habe einfach neben mich. Bei diesem Cabrioflieger macht es \u201eziiischschsch\u201c und weg ist es.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Links von uns liegt nun Tolmin, wo ich im Fr\u00fchjahr noch mit dem Gleitschirm die bekannte Kobala-Stol-Gemona Tour abgeritten bin. Schon habe ich auch einen Schirm im Blick. Die Thermik, der Freund der Gleitschirmflieger, l\u00e4sst unseren M\u00f6chtegern &#8211; Hubschrauber kalt. Dies ist auch gut so, da wir langsam H\u00f6he abbauen wollen. Das Meer ist schon fast in Sicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>\u00a0Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weiter geht es Richtung K\u00fcste als mein Waffenoffizier den vorsichtigen Vorschlag macht ob wir nicht in Bovec landen k\u00f6nnen. Auf meine f\u00fcrsorgliche Frage \u201e Warum, musst aufs Klo?\u201c kommt mit zittriger Stimme \u201eNein, ich bin eingefroren\u201c. Mein erster Gedanke ist \u201everweichlichter Fl\u00e4chenflieger\u201c. Mir ist kuschelig warm, habe sogar den Heizregler meiner Jacke gerade etwas zur\u00fcck gedreht um nicht zu schwitzen. Robert ist zwar angezogen wie zur Polarexpedition aber irgendwann wird es auf 10.800 Fu\u00df ohne zus\u00e4tzliche W\u00e4rme trotzdem sehr kalt. Heizbekleidung geh\u00f6rt nicht zur Grundausstattung eines sonst nur geschlossen fliegenden. Also nehme ich, nach Abw\u00e4gung des \u00c4rgers den ich wohl bekomme wenn Robert hinter mir erfriert, Kurs auf Bovec. Je tiefer wir sinken desto w\u00e4rmer wird es und kurz vor Bovec ist Robert wieder soweit aufgetaut, dass wir beschlie\u00dfen doch nicht zu landen, sondern weiter auf direkten Kurs Richtung K\u00fcste zu gehen. 30 Minuten sp\u00e4ter ist pl\u00f6tzlich das Meer vor uns. Wahnsinn!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der uns zugeteilten Flugh\u00f6he von 1000 Fu\u00df geht es an der K\u00fcste entlang Richtung Trieste. Gerade noch auf 10.800 Fu\u00df halb erfroren und jetzt auf 1000 Fu\u00df direkt am Meer und dies alles innerhalb von 1,5 Stunden. Welch Unterschiede! An der unbeschreiblich sch\u00f6nen kroatischen K\u00fcste geht es \u00fcber Portoroz und Rovinj nach Pula.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>Robert<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich ist unser Zollflughafen Pula in Sicht. Ich funke mit dem Tower und erhalte die Anweisung \u201edirect in short final\u201c zu gehen. Der Tower hat wohl die Wendigkeit eines Tragschraubers untersch\u00e4tzt und Heike ist schon kurz vor der Bahn als pl\u00f6tzlich eine andere Maschine aufgetaucht ist und die Anweisung kommt \u201emake left 360\u00b0 (einmal links komplett im Kreis herum fliegen)\u201c. Da ist sie bei Heike, die Reaktion eines Gyrofliegers. Ein Tragschrauber kann extrem langsam fliegen und bei entsprechendem Wind fast in der Luft hovern wie ein Hubschrauber. Heike verz\u00f6gert also links von der Anfluglinie mit konstantem Blick direkt auf die anfliegende Maschine als die Stimme im Funk immer hektischer wird. \u201e360\u00b0 make 360\u00b0\u201c. Ich \u00fcberzeuge Heike davon dass dies gerade nicht der Moment ist eine Grundsatzdiskussion \u00fcber die F\u00e4higkeiten eines Tragschraubers zu f\u00fchren und sie einen 360 fliegen soll. Die Stimme des Lotsen entspannt sich merklich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>Heike<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Landung ist Tanken und Zoll angesagt. Das Tanken stellt f\u00fcr den Tankwagenfahrer eine Herausforderung dar, denn die Tank\u00f6ffnung unseres Gyros und seine Zapfpistole sind nicht kompatibel miteinander. Eine L\u00f6sung ist schnell gefunden. Ein kurzer Anruf und ein Mitarbeiter des Flughafenrestaurants bringt einen Trichter vorbei. Ich wei\u00df nicht, ob dieser hinterher wieder den Weg zur\u00fcck in die K\u00fcche gefunden hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind in Pula, wie auch auf allen anderen Pl\u00e4tzen, freundlich und staunend empfangen worden. \u00dcberall gro\u00dfe Augen \u201edass so etwas fliegt\u201c und die Frage, ob wir den Tragschrauber selbst gebastelt haben. Ein Tragschrauber ist hier nicht allt\u00e4glich. Grunds\u00e4tzlich wird Robert f\u00fcr den Pilot gehalten und nachdem das Missverst\u00e4ndnis aufgekl\u00e4rt ist, sieht man nur noch blankes Entsetzen in den Augen der kroatischen M\u00e4nner. Zu beruhigen sind die Herren nur dadurch, dass Robert ihnen erkl\u00e4rt, dass auch er fliegen kann. Mein trotziger Einwand \u201eaber keinen Tragschrauber\u201c wird dabei \u00fcberh\u00f6rt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[envira-gallery id=&#8220;447&#8243;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieder gebe ich einen Flugplan auf, f\u00fcr die letzten 30 Kilometer \u00fcbers Meer zu unserem heutigen Tagesziel, der kleinen Insel Unije. Es f\u00fchlt sich klasse an so \u00fcber das Meer zu schweben. Die Sonne steht schon tief und l\u00e4sst einen sentimental werden. Bald kommt die Insel in Sicht. Wir landen mit geringem Seitenwind. Ersch\u00f6pft, m\u00fcde und gl\u00fccklich. Flugplatzleiter Drago empf\u00e4ngt uns freundlich. Etwa zehn Maschinen stehen am Platz. F\u00fcnf davon geh\u00f6ren zu der von Klaus organisierten Flugreise. Wir haben es geschafft. Wir sind bei der Gruppe angekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schnell das Gep\u00e4ck aus dem Tragschrauber in die Unterkunft bringen. Roberts Rucksack, der zu meinem R\u00fcckenpolster umfunktioniert wurde, ist mir richtig ans Herz gewachsen. Vielleicht sollte ich Autogyro den Tipp geben sich Gedanken \u00fcber einen Rucksacksitz zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt ganz schnell die \u201eStrandkleidung\u201c inklusive Flip Flops anziehen. Mein kleiner Triumph am Abend! Ich habe es geschafft, doch zwei Paar Schuhe mitzunehmen. Wir planschen ausgiebig im Meer und sind gl\u00fccklich dar\u00fcber wie gut wir es haben. Der Abend bei gutem Essen und Trinken vergeht wie im Fluge. Bei den \u201eGruppenreisenden\u201c ist nicht ganz klarob in ihren Augen Bewunderung oder blankes Entsetzen zu sehen ist \u00fcber uns \u201eLuftquirllflieger\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>Robert<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am n\u00e4chsten Tag beschlie\u00dfen wir einen Ausflug nach Zadar zu machen. Ausflug w\u00f6rtlich genommen. Die Gruppe bleibt auf der Insel und relaxt, Heike und ich treffen uns mit Freunden, die zur selben Zeit mit dem Boot an der K\u00fcste bei Zadar unterwegs sind. Ich will mir auf keine Fall die Chance einer Sightseeingtour \u00fcber die malerischen kornatischen Inselgruppen entgehen lassen. Wir kommen aus dem Staunen nicht raus, es ist einfach wunderbar, so tief in dieses kristallklare Wasser sehen zu k\u00f6nnen. Viele Meter blicken wir auf die Unterwasserwelt hinunter und erkennen die Plattenarbeit der Jahrtausende. Fischschw\u00e4rme tummeln sich in der klaren Adria.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am liebsten w\u00fcrde ich hier ewig die K\u00fcste abfliegen. Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es allerdings: wir d\u00fcrfen nicht zu der weiter drau\u00dfen gelegenen, famosen Steilk\u00fcste von Dugi Otok fliegen, da diese Insel in einer aktiven Milit\u00e4rzone liegt. Vielleicht geht es ja auf dem R\u00fcckflug.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>\u00a0<span style=\"color: #ff9900;\">Heike<\/span><\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Flug nach Zadar ist wundersch\u00f6n. In Zadar treffen wir wieder auf gro\u00dfes Staunen \u00fcber unser Flugger\u00e4t. Wir werden sogar einem Ramp Check durch das kroatische Luftamt unterzogen. Der erste Tragschrauber, den die Herrschaften jemals gesehen haben. Ich glaube ich h\u00e4tte als Lizenz alles vorzeigen k\u00f6nnen. Fitnessclubmitgliedskarte, Rabattkarte vom Supermarkt oder die Lufthansa Miles and More Karte. Einzig und allein die Frage, wie man mit so etwas \u00fcber die Alpen fliegen kann ist f\u00fcr die Pr\u00fcfer wichtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sowohl Heike als auch ich haben Freunde die gerade in Zadar sind. Sie kennen sich nicht, ich kenne Heikes Freunde nicht und sie meine nicht. Aber wir lernen uns alle kennen. Wir treffen uns alle zusammen bei Tanja, einer ebenfalls ziemlich durchgeknallten UL-Pilotin auf ihrem Schiff. Der Tag vergeht rasend schnell und so kommt dass wir pl\u00f6tzlich vom Sunset \u00fcberrascht werden. An einen R\u00fcckflug nach Unije ist nicht zu denken. Heike und ich bleiben einfach die Nacht auf dem Schiff und genie\u00dfen den Abend mit Freunden und gutem Essen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sonntag fr\u00fch, nun sollten wir uns sputen. Wir m\u00fcssen heute wieder heim fliegen. Allerdings ist dies nicht auf direktem Weg m\u00f6glich, da wir unser Gep\u00e4ck ja noch auf Unije haben. Wir wollten gestern ja nur einen Tagesausflug machen. Ich gebe wieder einen Flugplan auf, Heike schlie\u00dft Bekanntschaft mit ihrem \u201eGegenst\u00fcck\u201c. Einem nahezu doppelt so gro\u00dfen Piloten eines Slowakischen Privatjets.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>Heike<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einem kurzen Stopp auf Unije wo wir \u201egeschwind\u201c unser Gep\u00e4ck in den Tragschrauber packen und noch kurz etwas essen geht es weiter an der kroatischen K\u00fcste entlang bis nach Labin, von dort \u00fcber das Hinterland Richtung Portoroz und dann 45 km \u00fcber das offene Meer nach Bibione. Zugegeben, hier schicke ich kurz ein Sto\u00dfgebet an den \u201eheiligen Sankt Rotax\u201c, dass er doch bitte freundlich zu uns sei, er von mir immer beste Wartung und leckeres \u00d6l bekommt und jetzt einfach wie ein K\u00e4tzchen \u00fcber das Meer schnurren soll. Er hat mich nicht entt\u00e4uscht! An dem wilden Flussbett des\u00a0 Tagliamento, der eine optimale \u201eSpielwiese\u201c darstellt fliegen wir nach Al Casale zum Tankstopp.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>Robert<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es macht gro\u00dfen Spa\u00df, tief \u00fcber das klare Wasser schwebend der K\u00fcstenlinie zu folgen. Immer wieder entdecken wir traumhafte Buchten und kleine Leuchtturminseln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Istrien kreuzen wir von Ost nach West und biegen kurz vor Slowenien ab Richtung Italien. Ja richtig, wir brechen so einfach 40 Kilometer \u00fcbers Meer auf, ohne am Anfang das andere Ufer zu erkennen. Ein spannendes Bauchkribbeln k\u00fcndigt sich an. Ich rechne alles noch mal gut nach: Sprit, Wind, Distanz, Zeit. Der Verstand sagt dass alles okay ist, trotzdem ist mir mulmig zumute. Was machen wir, wenn das andere Ufer nicht auftauchen mag? Wir entdecken unter uns eine lange Wasserstrasse von der Isola di Sant Andrea die ins Hinterland f\u00fchrt, die friedlich dahin d\u00fcmpelnden Segelboote erinnern an eine Ameisenstrasse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Landung in Al Casale werden wir freundlich empfangen. Auch Sandro, der heitere Flugplatzbetreiber inklusive Hotel und Restaurant, staunt nicht schlecht als Heike aus dem Pilotensitz klettert. Er l\u00e4dt uns spontan auf eine Gourmetreise durch seine italienische K\u00fcche ein, aber da die Zeit knapp ist, starten wir gleich wieder.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach weiteren ausgiebigen Turn\u00fcbungen direkt \u00fcber dem Bachbett des Fiume Tagliamento brauchen wir den vollen Schub des Gyromotors um den abendlichen Alpen\u00fcberstieg zu meistern. Bei 6000 Fu\u00df stellen wir dann resigniert fest, dass wir keinen Meter steigen mehr zustande bringen, nichts geht. Ich stimme Heikes Vorschlag umzukehren spontan zu. Wir folgen unserem Bauchgef\u00fchl, was sich beim Fliegen schon mehrfach bew\u00e4hrt hat. Dann kommen wir halt einen Tag sp\u00e4ter zu Hause an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die schlechte Steigleistung schreibe ich den hohen Temperaturen zu. Am Boden hatte es um 18:00 immerhin noch 31\u00b0.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch sind wir nach drei extrem eindrucksvollen Tagen und langen erz\u00e4hlungsreichen N\u00e4chten an unserer Leistungsgrenze angekommen. Tja, dann freuen wir uns eben auf ein leckeres Essen. Zur\u00fcck bei Sandro bekommt unser Gyro einen sch\u00f6nen Hangarplatz. Ein weiterer Vorteil des Drehfl\u00fcglers ist, seine Platz sparende Aufbewahrung. Wir genie\u00dfen die herzhafte italienische K\u00fcche und fallen ersch\u00f6pft ins Bett.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>Heike<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Baby wird mit \u201eSuperpotente\u201c dem italienischen Wundermittel zum Reinigen von K\u00fcchen, Motorr\u00e4dern, Hemdenkr\u00e4gen \u2026 und Tragschraubern von Robert und Sandro pers\u00f6nlich gepflegt. So gestrahlt hat die HMN noch nie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>Robert<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Montag stehen wir um sieben am Start. Das Morgenrot leuchtet die Restbew\u00f6lkung in Pastellfarben aus, ein traumhaftes Bild bietet sich uns. Jetzt geht es problemlos hoch hinauf, nach zwanzig Minuten erreichen wir 8000 Fu\u00df. Ich beginne zu frieren wie ein Schneider. Dieses st\u00f6rende Gef\u00fchl muss aber der imposanten Berglandschaft weichen, die uns vollkommen gefangen nimmt. And\u00e4chtig erklimmen wir die Dolomiten. Ich w\u00e4hle nicht die k\u00fcrzeste, aber die eindrucksvollste Route. Marmolada, Sellastock, Langkofel, Schlern und Seiseralm. Die Morgensonne ber\u00fchrt die Ostflanken der Bergmassive und verzaubert das Bild mit Licht- und Schattenspielen. Ich w\u00fcrde am liebsten mit den Rotorbl\u00e4ttern an den Felsen kratzen &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir m\u00fcssen leider die imposanten Dolomiten hinter uns lassen, um \u00fcber den Jaufenpass, das Timmelsjoch\u00a0 und die Stubaier Alpen zur\u00fcck nach Peiting zu gelangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>Heike<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Roberts Spritberechnungen in allen Ehren aber ich bin mir nicht so ganz sicher ob er den Hunger meines Babys richtig einsch\u00e4tzt. Nach meinen Berechnungen haben wir in sp\u00e4testens 10 Minuten nichts mehr im Tank. Ich bestehe auf eine Landung in Reuthe. Bestehen muss ich eigentlich auf gar nichts. Ich fliege einfach dort hin. Da der Flugplatz am Montag geschlossen ist, ich mich aber weigere noch weiter zu fliegen machen wir eine Sicherheitsau\u00dfenlandung auf dem Platz. Von den Bewohnern des neben dem Platz gelegenen Campingplatzes bekommen wir ein Fahrrad und einen Benzinkanister geliehen. W\u00e4hrend Robert zur Tankstelle f\u00e4hrt lege ich mich in die Sonne und d\u00f6se. Robert weckt mich kurz darauf auf das Angenehmste. Mit frischem Kaffee und frischen Br\u00f6tchen. Nun steht unseren letzten 25 Flugminuten nichts mehr im Wege.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>Heike &amp; Robert<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieder daheim, legen wir uns erstmal am Flugplatz auf die Wiese und lassen die warmen Sonnenstrahlen langsam in unsere kalten Knochen dringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grandiose Eindr\u00fccke drehen noch lange luftige Pirouetten in unseren K\u00f6pfen, und wir sind uns einig, dass dies nicht unsere letzte Flugreise war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heike Mit einer an mich gesendeten Mail und der Frage \u201eWas h\u00e4ltst\u00b4n davon??? \u201c fing alles an. 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