{"id":106,"date":"2014-06-13T16:23:35","date_gmt":"2014-06-13T14:23:35","guid":{"rendered":"http:\/\/abenteuerpiloten.de\/?page_id=106"},"modified":"2021-06-06T21:46:51","modified_gmt":"2021-06-06T19:46:51","slug":"italien-2013","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/abenteuerpiloten.de\/?page_id=106","title":{"rendered":"ITALIEN 2013"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Idee:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich stehe in M\u00fcnchen in der Galerie meines Freundes, dem bekannten Fotografen Raffaele Celentano. Er erz\u00e4hlt mir von seinem geplanten Urlaub. Mit Familie und Wohnmobil geht es am 19.05.2013 in die Toskana. Kaum hat er mir das erz\u00e4hlt schon steht unser Plan fest. Wir beschlie\u00dfen uns in der Toskana zu treffen und dort professionelle Luftbilder zu machen. Dazu ben\u00f6tigen wir aber ein Flugger\u00e4t. Da meine Savannah, ein Ultraleichtflugzeug, obwohl sie ganz klein ist nicht in sein Wohnmobil passt, beschlie\u00dfe ich nach Italien zu fliegen. und Wir verabreden uns f\u00fcr Sonntagabend in Montepulciano auf ein gutes Glas Rotwein. F\u00fcr mich sollte die Anreise kein Problem sein. In 4,5h bin ich locker in der Toskana&#8230;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Robert erz\u00e4hlt mir von seinem Vorhaben und ich beschlie\u00dfe spontan, da ich das Wochenende frei habe, mitzufliegen. Ich frage ihn vorsichtshalber erst gar nicht sondern stelle ihn vor vollendete Tatsachen. Samstag, fr\u00fch morgens, einen kleinen Sprung \u00fcber die noch verschneiten Alpen, einen sonnigen Tag in Verona verbringen, am lauen Sommerabend in einer netten Trattoria was leckeres Essen, dazu einen leckeren Wein, in die Oper gehen und danach das veronesische Nachtleben genie\u00dfen. La Dolce Vita, das s\u00fc\u00dfe Leben ruft. Mein kleines Schwarzes wird neben Roberts Kameraausr\u00fcstung schon noch Platz finden. Am Sonntag kann Robert dann mit Schnuffi, der Savannah, noch kurz \u00fcber die Apenninen nach Montepulciano fliegen und ich mit Air Dolomiti zur\u00fcck nach M\u00fcnchen um dort am Pfingstmontag die Passagiere der Airline, bei der ich mein Geld verdiene, mit einem \u201eherzlich Willkommen an Bord\u201c zu begr\u00fc\u00dfen. Soweit die Idee.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Samstag 18.05.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><strong><em>Robert<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Freitag war noch S\u00fcdwind, mit Staubew\u00f6lkung an den Alpen. Der Wetterbericht f\u00fcr heute hat sich gut angeh\u00f6rt. Es k\u00f6nnte noch leichte Bew\u00f6lkung, die sich aber rasch aufl\u00f6sen wird, hier und da anzutreffen sein. Ansonsten ist die Wolkenlinie weit westlich von Innsbruck und damit weit weg von unserer geplanten Flugroute. Wir fahren bereits um 6.00 Uhr Richtung Norden zu unserem Flugfeld. Im R\u00fcckspiegel sehe ich allerdings beunruhigende Bew\u00f6lkung die alles andere als eine leichte ist. Und gar nicht weit westlich&#8230;. Der gestrigen Vorhersage der Flugwetterberatung, dass in den Alpen am morgen nur \u00f6rtliche, sich fr\u00fch aufl\u00f6sende Bew\u00f6lkung herrscht, traue ich bei diesem Anblick nicht., erst recht nicht mehr als wir Blitze und Regen am Alpenrand sehen \u2026 okay, Plan B muss her, dann weichen wir eben aus, beschlie\u00dfen die Alpen \u00f6stlich zu umfliegen. Was soll\u00b4s, wir haben ja den ganzen Tag Zeit. Kaum in der Luft ist es unruhig und bockig, zwar ertr\u00e4glich aber an einen \u00dcberflug \u00fcber die Alpen will ich gar nicht mehr denken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sicherheitshalber rufe ich bei der Flugwetterberatung an und erfahre das was wir schon geahnt haben. Vor 10 Uhr wird sich an der tiefliegenden Bew\u00f6lkung nichts \u00e4ndern und dann setzt der F\u00f6hn ein. Aber f\u00fcr unsere Alternativroute \u00fcber Wien, Gleichenberg und Slowenien ist alles bestens. Sicht mehr als 10 km und maximal 4\/8 Bew\u00f6lkung. Das h\u00f6rt sich gut an. Start frei f\u00fcr Plan B. Wir beschlie\u00dfen in Wiener Neustadt zu landen um zu tanken. Bis dahin fliegen wir ohne Flugplan. Au\u00dfer, dass uns Salzburg den Durchflug durch die CTR wegen fehlendem Transponder verweigert, verl\u00e4uft der Flug ereignislos und soweit ruhig. Das Wetter ist gut, die Landschaft nicht so beeindruckend wie die Alpen \u00fcber die wir eigentlich fliegen wollten aber auch ganz sch\u00f6n. Nach guten zwei Stunden landen wir in Wiener Neustadt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Flugplatz Wiener Neustadt geben wir den Flugplan f\u00fcr die Weiterreise nach Portoroz in Slowenien auf. Ohne Transponder ein gewagtes Vorhaben aber man kann es ja mal versuchen. Der Versuch misslingt. Uns wird mitgeteilt dass man f\u00fcr Slowenien f\u00fcr ein UL eine schriftliche Genehmigung, die 14 Tage vorher eingereicht werden muss, ben\u00f6tigt. Ich flirte am Telefon was das Zeug h\u00e4lt mit der freundlichen Dame die von slowenischer Seite f\u00fcr den Flugplan zust\u00e4ndig ist und erz\u00e4hle ihr von der sch\u00f6nen Einladung nach Portoroz welche ich pers\u00f6nlich auf der AERO erhalten habe und diese nun einl\u00f6sen m\u00f6chte. aber alles hilft nix. Sie verweist auf die Vorschriften und teilt mir noch mit, dass eine Landung, auch mit Genehmigung, in Portoroz nicht m\u00f6glich w\u00e4re, da auf dem Flughafen heute ein Autorennen stattfindet. Na super&#8230; dann \u00e4ndern wir eben wieder unseren Plan &#8211; neues Ziel Triest. Nachdem wir keinen Widerspruch h\u00f6ren heben wir ab und freuen uns dass es uns doch irgendwie gelingt nach Italien zu kommen. Zu fr\u00fch gefreut! Kurz vor dem Einflug in den slowenischen Luftraum informiert uns FIS Wien dar\u00fcber dass uns Slowenien den Einflug verweigert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">What a F&#8230;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Robert und ich fliegen und funken abwechselnd so wie wir gerade Lust haben. Nachdem Robert die ganze Zeit mit Wien Information gefunkt hat best\u00e4tige ich die Meldung dass wir nicht \u00fcber Slowenien fliegen d\u00fcrfen was kurz zu Verwirrung bei den Jungs der FIS f\u00fchrt. Dann aber legen sie sich f\u00fcr uns ins Zeug. An dieser Stelle ein ganz gro\u00dfes Dankesch\u00f6n an Flo und Alex von Austrocontrol die uns \u00fcber Gleichenberg kreisen lassen und in der Zwischenzeit mit Ungarn und Kroatien abkl\u00e4ren dass wir \u00fcber deren Gebiet fliegen und in Zagreb zum tanken landen k\u00f6nnen. Ohne Transponder ist das UL-Fliegen nicht immer ganz einfach aber Dank der netten Hilfe geht es nun mit Plan D weiter. Den gesamten Kartensatz Europa haben wir zum Gl\u00fcck dabei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[envira-gallery id=&#8220;402&#8243;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin echt froh bei meiner Savannah noch einen elektrischen Verstellpropeller eingebaut zu haben. Nun sind wir immerhin mit einer Reisegeschwindigkeit von 150km\/h unterwegs. Ohne Verstellprop war bei 130km\/h Schluss. Aber Jetzt, der Hammer&#8230; Schnuffi die Rakete! Allerdings ist die Geschwindigkeit auch n\u00f6tig da uns die Zeit davon l\u00e4uft. Schnell zum tanken in Zagreb landen. Der Zoll verl\u00e4uft prima. Der Uniformierte erscheint, kurzer Blick auf die Ausweise und geht wieder. Keine 30 Sekunden hat dies gedauert. Heike tankt, d.h. eigentlich schaut sie dem Tankwagenfahrer dabei zu wie dieser die Savannah betankt und ich f\u00fclle in der Zeit den neuen Flugplan aus. Ratz fatz geht\u2019s weiter und ab nach Pula. Bei dem Gegenwind habe ich das Gef\u00fchl dass wir nicht vorankommen obwohl wir fliegen wie die Fliesenleger. Kacheln ohne Ende. Dann endlich der Anflug \u00fcbers Meer, Pula Radar lotst uns vorbildlich von H\u00fcgel zu H\u00fcgel. Ohne Transponder sind wir f\u00fcr den Lotsen nicht sichtbar, deswegen setzen wir alle f\u00fcnf Minuten eine Positionsmeldung ab. Wir hatten echt ein Race mit diesem Gegenwind, ob wir es rechtzeitig bis Sunset schaffen war nicht klar und dann l\u00e4sst uns Pula wegen einer Passagiermaschine im Anflug noch zehn Minuten an der K\u00fcste kreisen. Irgendwie sch\u00f6n, nur jetzt ist es schon fast dunkel&#8230; Trotzdem imposant und wir werden behandelt wie die gro\u00dfen Flieger. Nach insgesamt 8h Flugzeit setzen wir 30 Minuten nach Sunset auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">What a day&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Pula werden wir wie alte Bekannte begr\u00fc\u00dft. Ivana, die Ramp Agentin, die uns schon, als wir letzten September mit dem Tragschrauber in Pula waren, in Empfang genommen hat ist da und freut sich sehr uns wieder zu sehen. Wir uns auch. Sie hilft bei der Hotelbuchung und wir verbringen den restlichen Abend anstelle mit Pizza und Pasta in Verona, mit gegrilltem Fisch und einem Glas kroatischem Rotwein in der Altstadt von Pula. F\u00fcr das dortige Nachtleben bin ich eindeutig zu m\u00fcde und meine kleines Schwarzes bleibt in der Tasche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sonntag 19.05.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Metar und TAF f\u00fcr Pula und Bologna sehen gut aus. In Pula soll es ab Mittag Regen geben, eventuell Gewitter, auch von Ostwind ist die Rede. Dieser sollte uns, bei dem bevorstehenden Flug von ca. 100km \u00fcbers Meer, zu Gute kommen. Nach 40km, mitten \u00fcber dem Meer, sp\u00fcre ich davon nichts mehr. Im Gegenteil 60kmh Gegenwind und direkt auf unserer H\u00f6he t\u00fcrmt sich vor uns ein hoch aufgebautes Wolkenband auf das S\u00fcd Ost verl\u00e4uft. Hmm, was tun? Weiterfliegen oder umdrehen? Wir beschlie\u00dfen weiter zu fliegen und \u00e4ndern den Kurs dahin wo es am hellsten ist. Trotz des heftigen Gegenwindes ist alles ruhig, es sind keine Fallwinde am Boden zu sehen und wir meinen dass es dahinter hell aussieht. Also weiter auf 700ft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor einiger Zeit bin ich an der Cote d`Azur in den Mistral eingeflogen. Die Fallwinde waren so stark das es mich fast bis ins Meer gedr\u00fcckt hat. Seitdem wei\u00df ich wie die Wasseroberfl\u00e4che diese Fallwinde abzeichnet. Ich scanne nun permanent von links nach rechts kann aber keine Anomalien feststellen. Also weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kilometer 50: Regen tr\u00f6pfelt auf die Scheibe, dann prasselt er aber es sieht immer noch hell dahinter aus und es ist ruhig. Manchmal messen wir 70km\/h Gegenwind. Umdrehen erscheint uns mit einem angek\u00fcndigten TSRA in Pula auch nicht als die beste Wahl. Also Beine dahin wo der Regen nicht ins Cockpit kommt und weiter. Weit vor uns sind auf dem Meer immerhin helle Flecken zu erkennen. Heike steuert darauf zu, w\u00e4hrend ich unabl\u00e4ssig versuche mit Verona FIS Kontakt aufzunehmen, allerdings auf allen Frequenzen erfolglos. Kein Kontakt, kein Schiff unter uns. Nur Schaumkronen auf dem Meer, und nun 80km\/h Gegenwind!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">What a F&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich suche bei meinen mp3 Player Mike Oldfield, \u201efive miles out\u201c&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach 80km sehen wir endlich eine Art Bohrturm an Land und nehmen die K\u00fcste war. Wenn ich wieder am Boden bin, freue ich mich auf eine Zigarette, obwohl ich kein Raucher bin. Der Regen l\u00e4sst nach und langsam wird es heller. Endlich erreichen wir die K\u00fcste, es wird blau, ich f\u00fchle mich unglaublich erleichtert und ich gebe zu, ich habe weiche Knie!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">What a luck&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf diesem Flug lerne ich, dass man nicht nur in einem offenen Flugger\u00e4t im Regen nass wird sondern auch bei einem geschlossenen. Die Savannah ist nicht dicht! Wir werden nicht nur au\u00dfen, sondern auch innen gewaschen. Ich muss eingestehen, dass es auch mir nicht ganz wohl ist bei dem Durchflug aber nach Abw\u00e4gung der Alternativen der sicherste Weg. Trotz dem Einholen aller zur Verf\u00fcgung stehenden Wetterinformationen werden wir von dem Regenband und dem extremen Westwind \u00fcberrascht. Lernerfolg: Das Wetter h\u00e4lt sich nicht immer an die Vorhersage und deshalb eine Route so planen, dass bei unvorhergesehenen Ereignissen immer eine Alternative m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Flugplan haben wir Bologna als Ziel angegeben. Allerdings l\u00e4sst uns Bologna nicht in den Luftraum einfliegen. War eigentlich klar, aber einen Versuch allemal wert, da in Italien oft mehr m\u00f6glich ist als gedacht. Die freundliche Dame von Verona FIS mit s\u00fc\u00dfem italienischen Akzent in ihrem Englisch gibt uns als Alternative den Flugplatz Ozzano dell \u00b4Emilia an. Als wir den Platz in Sicht haben schlie\u00dfen wir, noch im Flug, den Flugplan und verabschieden uns von der netten Dame. Ob Sie mit Gianna Nannini verwandt ist? Egal, nach dem beeindruckenden Waschgang, geh ich jetzt erst mal eine rauchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da sich der urspr\u00fcngliche Plan von La Dolce Vita in Verona schon gestern erledigt hat fliegen wir nach Bologna. Dies liegt direkt auf dem Weg in die Toskana und mir ist es egal ob ich von Verona oder von Bologna den Linienflug nach M\u00fcnchen nehme. In Ozzano dell \u00b4Emilia (Aerdelta) trennen sich die Wege von Robert und mir. Auf dem Flugplatz lernen wir Francesca und Stefano kennen die an der dortigen Flugschule gerade den Flugschein machen. Die beiden bieten mir spontan an mich zum Flughafen Bologna zu fahren. Auch an die beiden ein herzliches Dankesch\u00f6n. Ich bin immer wieder fasziniert von der Hilfsbereitschaft unter Fliegern. Mein R\u00fcckflug mit der Embraer von Air Dolomiti geht geradewegs \u00fcber die Alpen nach M\u00fcnchen. Kurz nach dem Start gibt es nur noch Wolken und den Boden sehe ich erst wieder bei der Landung in M\u00fcnchen. Ich hoffe, dass bei Robert das Wetter besser ist und rufe ihn an, um zu fragen, ob er schon in Montepulciano angekommen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem Heike weg ist mache ich erst mal ein Nickerchen. Es sind noch 180km bis zum Ziel und die mache ich doch wie nix. Falsch gedacht! Als ich aufwache hat der Wind gedreht, er bl\u00e4st jetzt mit 15kt aus S\u00fcd, direkt aus den Apenninen. Und dort erblicke ich hochaufbauende TCU. Also erst mal warten. Leider schlie\u00dft das Restaurant am Abend, und ein Hotel ist auch weit und breit nicht zu sehen. Es w\u00e4re also gut wenn ich doch noch weiter komme. Das Restaurant ist jedoch sehr zu empfehlen. Wenn mich nicht alles t\u00e4uscht, hat es sogar einen Stern!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 16.00 berede ich mich erneut mit der Flugwetterberatung, die TCU sind nicht mehr als solche zu erkennen. Es k\u00f6nnte also ein \u00dcberflug m\u00f6glich sein. Um 18.30 Uhr hebe ich schlie\u00dflich ab. Immerhin bin ich schon zig male \u00fcber die Alpen geflogen, also bitte sehr, was soll schon aufregend sein bei einem \u00dcberflug der Apenninen? L\u00e4cherlich! Nach nur 30km Flug, mit starken Gegenwind, gebe ich mich geschlagen! Die Gurte sind voll angezogen, damit ich nicht so oft an der Decke ansto\u00dfe. Ich komme mir vor wie ein Bauer der mit seinem Trecker \u00fcber sein \u00fcbles Feld ackert. Au\u00dferdem liegen die Wolken weiter s\u00fcdlich noch auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">What a F&#8230;. Was jetzt? Ich drehe nach links ab und gleite nach Ali di Casale. Uli Hahn meinte da sei es gut. Am Platz ist niemand mehr, ist ja auch schon wieder kurz vorm Dunkelwerden, doch finde ich keine 1000m nebenan eine sehr gute Trattoria mit Pension. Ein saftiges Steak sp\u00e4ter liege ich gl\u00fccklich im weichen Bett.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">What a Day&#8230;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Montag 20.05.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz nach 7.00 Uhr bin ich bereits airborne. Ich m\u00f6chte in der ruhigen Morgenluft nun endlich in die Toskana r\u00fcber schweben, gerade mal 150km die mich noch von meinem Ziel trennen. Am Rande der Apenninen immer noch 50km\/h Gegenwind, immer noch bockig wie sau, immer noch aufliegende Bew\u00f6lkung. Ich versuche die Berge \u00f6stlich zu umfliegen, sieht dort heller aus, reicht aber auch nicht. Ich muss wieder abdrehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Karte suche ich mir nun einen Platz aus der mir gelegen erscheint um dort ein wenig das Wetter abzuwarten. Delta Club Jesi. Im Downwind denke ich mir noch warum stehen da Tische neben der Runway? Irgendwie ist der Platz sehr klein. Kurz vorm Aufsetzen: Ich revidiere, der Platz ist extrem klein, ich bring die Savannah gleich am Anfang der sch\u00f6n gem\u00e4hten Piste auf den Boden und steig sogleich in die Bremsen. Nach hundert Metern stehe ich. Da sind noch 5 Meter \u00fcbrig! What a Luck&#8230;Und jetzt ist es mir klar, ich stehe auf einen Modellflugplatz. Mein Navigationsger\u00e4t zeigt mir aber eindeutig die Landung in Delta Club Jesi an dessen Bahn \u00fcber 400m lang sein soll. Momentan verstehe ich dies nicht aber Dank den STOL \u2013Eigenschaften der Savannah mach ich mir f\u00fcr den Start keine Sorgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann scheint es mir, dass sich der Wind dreht. Diesmal \u00e4ndere ich meine Taktik und steige hoch. Ich erlebe wieder Apenninenf\u00f6n vom feinsten. Mit satten 10 Metern\/sec geht es in der Welle schnell nach oben. Allerdings liegt die Welle senkrecht zu meiner Flugrichtung. Wieder denke ich an den Bauern mit seinen \u00fcblen Acker&#8230; Ich tr\u00e4ume von einem Flug um die Welt und beiss mir hier an den Apenninen schon die Z\u00e4hne aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 10.58 lande ich entnervt wieder am Meer, diesmal in Senigallia, wo ich den Tag mit gutem Essen relaxt am Meer verbringe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">What a day &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dienstag 21.05;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer noch 140km die mich vom meinem Ziel trennen. Die Wettervorhersage l\u00e4sst einen weiteren Versuch zu. Ich taste mich durch die T\u00e4ler und Passtrassen vorw\u00e4rts, hangele mich von Flugfeld zu Flugfeld um jederzeit abbrechen zu k\u00f6nnen falls die VFR Minima nicht mehr gegeben sein sollten. So tuckere ich \u00fcber die Berge an den Passtrassen entlang und freue mich \u00fcber jeden einzelnen den ich schaffe. Anpeilen, gucken ob die Sicht reicht und durch. Manchmal muss ich den Wolken ausweichen die unterhalb der Basis einzeln durch die Gegend schwirren. Als diese tiefer wird bin ich auch schon durch den letzten Pass durch, der Lago Trasmino empf\u00e4ngt mich mit seiner Weite und mit Regen. Auf dem Flugfeld von Castiglione del Lago, auf dem j\u00e4hrlich Anfang Mai ein spektakul\u00e4res Flugfest stattfindet, lande ich ein. Gl\u00fccklich endlich hier zu sein, gl\u00fccklich durchgekommen zu sein, marschiere ich bei str\u00f6menden Regen in den Ort. Erstmal ein gutes Restaurant aufsuchen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">What a ???<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittwoch 22.05:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rafaelle und ich beschlie\u00dfen dass wir von Castiglione del Lago aus zu unseren Fl\u00fcgen starten. Um 6 Uhr sind wir abflugbereit, warten jedoch noch eine Stunde bis der Nebel sich verzieht und starten dann endlich in den nun blauen Himmel. Unglaublich. Endlich schaffen wir es tolle Bilder zu machen. Raffaele ist voll am Arbeiten. Ich versuche so ruhig wie m\u00f6glich zu steuern. Endlich haben wir einiges im Kasten. Nach zwei Stunden Arbeit landen wir wieder. Raffaele ist es \u00fcbel, und am Nachmittag setzt wieder Regen ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">What a f&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Donnerstag 23.05.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Regen, Regen, Regen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir beschlie\u00dfen die Arbeiten hier nun zu beenden. Ich habe die Schnauze endg\u00fcltig voll. Keine Wetterbesserung in Sicht. Abends kurz trocken, Sonne kommt raus. Alleine starte ich schnell nochmal zu einem Fotoflug, deswegen bin ich ja hier \u2026und lande wieder im Regen. Als ich im Hotel ankomme sind meine letzten \u201eKlamm-motten\u201c klitschnass, der Flieger ist leider nicht ganz dicht&#8230;Ich f\u00fchle mich echt zum k&#8230;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freitag 24.05.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Regen, Regen, Regen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich verzurre den Flieger und fahre mit dem Zug nach Florenz. Komisches Gef\u00fchl als ich aus dem Zugfenster mit den Regentropfen schaue und am Flugplatz meinen Schnuffi stehen sehe. Vom Flughafen Florenz fliege ich mit dem gro\u00dfen Airliner nach Hause. Aber auch die haben Schwierigkeiten, der Flughafen ist \u00fcberf\u00fcllt aufgrund von mehreren, aufgrund der Wetterverh\u00e4ltnisse, ausgefallenen Fl\u00fcgen. Stimmt mit dem Wetter noch alles?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">What a fuck!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dienstag 04.06.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute ist der Tag an dem wir unsere Urlauberin am Lago Trasmino abholen. Von M\u00fcnchen nach Florenz geht es wieder per Linienflug. Nach einer \u201ehard landing\u201c auf dem Amerigo Vespucci Flughafen von Florenz, die den Passagieren mal wieder vor Augen f\u00fchrt, dass der Sicherheitsgurt nicht nur zur Zierde da ist geht es, nach einer ausgiebigen Stadtbesichtigung, mit dem Zug weiter nach Castiglione del Lago wo wir in Roberts \u201eStammhotel\u201c Le Macerine \u00fcbernachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem ich in den vergangenen zwei Wochen eine Blasen-, eine Mandel- und eine Augenentz\u00fcndung auskuriert habe, packen wir es wieder an. Jetzt keine Experimente mehr, nur noch nach Hause mit Schnuffi. Andrea, der freundliche Kellner holt uns freudig am Bahnhof ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittwoch 05.06.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am morgen erneuern wir das Propeller-Aluband, welches sich beim Flug durch den vielen Regen verabschiedet hat. Nun werden wir beim R\u00fcckflug Flug \u00fcber die Alpen keinen Leistungsverlust haben. Als wir, nach zwei Stunden altes Band abfriemeln und neues aufziehen, gen Himmel blicken glaube ich es nicht. Gewitterzellen rund um uns, darf es war sein? Geht das schon wieder los?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">What a F&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gegen Abend hat das Wetter mit uns ein Erbarmen und es geht endlich los Richtung Manciano, an die K\u00fcste bei Grosseto zu Ivan und Carla und ihrem kleinen Flugfeld Flying Buttero. Der Flug zur K\u00fcste ist wundersch\u00f6n und wir haben bestes Flugwetter. Ich fliege und Robert fotografiert. Da die Landebahn ganze 260m betr\u00e4gt, ich rechts sitze und auch nicht so Dreiachsflugerfahren bin sage ich im Anflug zu Robert \u201eyou have control\u201c und er \u00fcbernimmt die Landung. Pl\u00f6tzlich ist es sehr still. Der Propeller dreht nicht mehr. Robert landet Schnuffi, das Segelflugzeug, souver\u00e4n auf der kurzen Bahn. Ich denke \u201e man ist der Typ cool drauf, macht einfach den Motor aus\u201c auf die Idee dass Robert den Motor nicht ausgemacht hat sondern dieser einfach ausgegangen ist komme ich in diesem Moment nicht. Da unser Tank noch halbvoll ist vermuten wir, dass es an einer zu niedrigen Standgaseinstellung liegt. In Verbindung mit dem von Robert durchgef\u00fchrten Slip und dem kompletten rausziehen des Gases hat der Motor die Gr\u00e4tsche gemacht. Ich schaue mich nach einer M\u00f6glichkeit um wo ich, falls Robert nun nichts mehr macht und die Bahn nicht ausreicht, da wir noch verdammt schnell sind, reinlenken kann. Links von uns ist ein Maisfeld und ich lehne mich beruhigt zur\u00fcck. Ich habe meinen Notfallplan. Nach diesem Adrenalinsto\u00df schmeckt das Abendessen doppelt so gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Landeanflug bei den Flying Butteros, wieder kurz vorm Dunkelwerden sehen wir den Platz gleich hinter der Hochspannungsleitung. Da \u00fcbergibt Heike das Kommando an mich. Ich vergewissere mich das wir \u00fcber der Leitung sind, lieber etwas zu hoch als zu niedrig, nun hei\u00dft es slippen und Gas komplett raus. Ich \u00fcberlege mir gerade ob durchstarten eine Alternative ist, da steht, in zehn Meter \u00fcber Grund, pl\u00f6tzlich die Latte still. Kein Z\u00f6gern, sofort Klappe zwei rein, bewusstes aufsetzen ganz vorne, und ab in die Bremsen, allerdings ist das Gras schon feucht&#8230;. die B\u00fcsche kommen schnell n\u00e4her, da h\u00f6re ich von rechts den Spruch \u201eJetzt darfst Du dir was einfallen lassen\u201c; \u201ehabe ich\u201c kontere ich. Ich verl\u00e4ngere die Bahn indem ich rechts, links, rechts schlingere. Hat geklappt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Waren da nicht noch Zigaretten irgendwo???<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Donnerstag 06.06.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um 6:15 Uhr starten wir zu einem Sunrise Flug. Wir fliegen einmal komplett an der K\u00fcstenlinie entlang um den Monte Argentario herum. Ich liebe Steilk\u00fcsten. Ich finde sie wesentlich spannender und beeindruckender als flache Sandstr\u00e4nde. Nun m\u00f6chte ich gerne zur Isola di Giglio fliegen und die Costa Concordia anschauen. Robert l\u00e4stert \u00fcber meine Sensationslust aber ich setze mich durch. Allerdings nicht sofort. Langsam meldet sich der Hunger und ich nehme Robert das Versprechen ab, dass wir nach dem Fr\u00fchst\u00fcck zur Insel raus fliegen. Unter Ber\u00fccksichtigung der Flugverbotszone um das Naturschutzgebiet Orbetello fliegen wir zur\u00fcck zu Flying Buttero.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Butteros sind berittene Schafhirten auf ganz besonderen Pferden, den Maremmanos, Stolz, in ganz besonderen Gew\u00e4ndern, sind sie so etwas wie die letzten Cowboys. Gerne h\u00e4tte ich einen Buttero fotografiert aber leider habe ich keinen gesehen. Ivan, der kein Russe ist, daf\u00fcr aber der stolze Besitzer von Flying Buttero war so herzig, dass wir es bereuen schon wieder zu gehen.. Aber leider m\u00fcssen wir weiter. Das Wetter in den Alpen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend des leckeren Fr\u00fchst\u00fccks das Carla f\u00fcr uns vorbereitet hat gibt uns Ivan Tipps zu unserer weiteren Flugroute und f\u00e4hrt dann zusammen mit Robert zur Tankstelle. Nachdem wir so gut gegessen haben soll auch Schnuffi nicht darben, sie bekommt bestes Superbenzin. Nun ist es an der Zeit uns von Carla und Ivan zu verabschieden und uns auf den Weg nach Trento zu machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Monte Argentario, ich habe diese Halbinsel schon mit dem Fahrrad, einmal mit dem Motorrad und nun mit dem Flieger umrundet. Irgendwie eine besondere Ecke die mich immer wieder anzieht. Und zum Gl\u00fcck h\u00e4lt das Wetter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlich geht es los zum Katastrophentourismus. Ich bin PIC, der Pilot in Command und nehme direkten Kurs auf die Isola di Giglio. Wie ein verrotteter Wal liegt das Kreuzfahrtschiff vor dem Hafen von Giglio. Irgendwie unwirklich aber auch faszinierend. Nachdem ich meine Sensationsgier befriedigt habe nehme ich Kurs auf den Hafen von Grosseto und wir fliegen komplett an der K\u00fcste entlang bis Viareggio. Maximal 500 Fu\u00df \u00fcber Grund die K\u00fcstenlinie abzufliegen ist traumhaft sch\u00f6n. Bis kurz vor Livorno sind die Str\u00e4nde fast menschenleer und laden ein zum am Strand entlang laufen und ins Wasser zu springen. Dann \u00e4ndert sich das Strandleben schlagartig. Soweit das Auge reicht ein Liegestuhl an dem anderen. Aus der Luft finde ich es witzig aber Urlaub wollte ich hier keinen verbringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Meer fliegen ist toll. Immer blauer Himmel, gleichm\u00e4\u00dfiger Wind, und Urlaubsstimmung unter uns. Ich blicke jedoch beunruhigt ab und zu ins Landesinnere, denn bald m\u00fcssen wir \u00fcber die Apenninen. Schon wieder, ich f\u00fchle mich noch gel\u00e4utert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz hinter Viareggio liegt der Flugplatz Massa Cinquale (LILQ), den wir uns zum tanken ausgesucht haben. Wir tanken, bezahlen die Landegeb\u00fchr und bekommen dann gro\u00dfe Augen. Direkt vor uns \u00fcber den Apenninen beginnen sich TCU aufzut\u00fcrmen. Eigentlich ist es klar, dass es so kommen muss. Auch in den Apenninen regnet es seit Wochen und die ganze, mit der Warmluft aufsteigende Feuchtigkeit muss ja irgendwo wieder hin. Gefallen tut es mir aber nicht. Da wir im Pl\u00e4ne umwerfen gut erprobt sind beschlie\u00dfen wir an den Strand zu gehen, der nur wenige Meter vom Flugplatz entfernt beginnt und abzuwarten. Nun bin ich genau dort wor\u00fcber ich vor einer halben Stunde noch gesagt habe dass ich da auf keinen Fall hin m\u00f6chte. An einem Strand umgeben von tausenden von Liegest\u00fchlen und Sonnenschirmen die man f\u00fcr eine Unsumme mieten kann. Da aber noch kaum was los ist l\u00e4sst man uns auf unserem Handtuch im Sand liegen was mir dann doch gefallen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Beach, was f\u00fcr ein Leben. Wie toll es hier am Strand ist. Die italienischen Salvagentes (Lebensretter) flirten schon mit den ersten Urlauberinnen \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hinter uns heben sich die wei\u00dfen Marmorbr\u00fcche in den Apuanischen Bergen deutlich von den dar\u00fcber stehenden gro\u00dfen, dunklen Wolken ab. Vielleicht sollte ich mir hier einen Aushilfsjob suchen. \u00dcber die Apenninen fliegen, DAS kann dauern&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wettergott ist uns gn\u00e4dig, die TCU haben sich in harmlose CU verwandelt und die Flugwetterberatung am Flughafen Pisa mit der Robert telefoniert sieht auch keine Probleme f\u00fcr unseren weiteren Streckenverlauf. Also auf zu unserem Ritt \u00fcber die Apenninen. \u00dcber den Marmorsteinbr\u00fcchen von Carrara geht es westlich am Monte Cimone vorbei auf dem direkten Weg Richtung Verona. Gerade noch am Meer sind wir jetzt mitten in einer Mittelgebirgslandschaft. Kurz vor Verona beschlie\u00dfen wir, dass wir nicht in Trento sondern in Verona landen um doch noch der Oper einen Besuch abzustatten. Das kleine Schwarze habe ich diesmal allerdings nicht dabei. Ich fliege direkt auf LIPN Verona Boscomantico zu und Robert versucht erfolglos Funkkontakt mit dem Platz herzustellen. Da es auf italienischen Pl\u00e4tzen eher die Ausnahme als die Regel ist dass jemand an den Funk geht st\u00f6rt es uns nicht, dass wir keine Antwort erhalten. Robert setzt Blindmeldungen ab und ich mache einen tiefen \u00dcberflug \u00fcber den Platz um nach einem Windsack Ausschau zu halten. Der Platz ist gro\u00df, sch\u00f6n und einsam. Und das Einsam ist das, was uns dazu bewegt unseren Abend doch lieber in Trento zu verbringen. Im Umkreis von LIPN ist nichts. Selbst wenn wir es schaffen sollten irgendwo ein Taxi aufzutreiben ist es eine Weltreise bis Verona Zentrum. Da \u00fcber den Bergen die Wolkenbasis relativ tief ist suche ich mir die Autobahn A22 und fliege an dieser entlang bis Trento. Langsam wird es zur Gewohnheit, dass wir mit Sunset aufsetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trento kenne ich gut. Schnuffi hat hier schon ihren Stammparkplatz und ich hatte schon nette Zeiten in Trento w\u00e4hrend ich auf Wetterbesserung in den Alpen gewartet habe. Vor drei Jahren versuchte ich hier zum ersten Mal zu landen. Als ich abends anflog und um die Landeerlaubnis bat, da ein \u00dcberflug \u00fcber die Alpen nicht mehr m\u00f6glich war, h\u00f6rte ich vom T\u00fcrmer<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">T: \u201e <em>Scusi, you are..\u00e4h..ultralight, you are not allowed to land in Trento. You have \u00e4h to reroute. What is your intention now<\/em>?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der ist gut dachte ich mir, was soll den meine Intention noch sein wenn die Alpen zu sind, es kurz vorm dunkel werden ist und weit und breit kein anderer Platz f\u00fcr Ul?!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">R: \u201e<em>Trento Tower, I do have no other intention. What is necessary to land allowed in Trento now<\/em>?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">T: \u201e<em>Do you have an emergency<\/em>?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">R: \u201e<em>No, I don\u00b4t have an emergency, I just need to land in Trento, due to weather condition in the Alps. It is not possible to cross the Alps, so you can say it is a safety landing<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Der Italiener kennt keine Sicherheitslandung, entweder Notlandung oder alles ist gut)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">T: \u201e<em>Yes, but you are ultralight, you are not allowed to land in Trento. <\/em><em>D-MGNC, What is your intention now<\/em>?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00e4ngt der schon wieder an mit der Intention&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">R: \u201e<em>I do not have an other intention as just to land in Trento, so again, what must I do to land in Trento legally<\/em>?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">T: \u201e<em>Oh, you have to send a Fax<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">R: \u201e???\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">R: \u201e<em>I\u00b4m very sorry, Aircraft is not equipped with a Fax!<\/em>\u201c \u2026.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">T: \u201e<em>Do you want do declare an emergency<\/em>?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ach leck mich doch, denk ich mir, dann erkl\u00e4r ich ihm eben seinen Emergency, da das Rumgequatsche mir inzwischen so viel Zeit und Sprit geraubt hat bin ich beinahe schon daran. Dann mach ich jetzt eben meine erste Emergency Meldung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">R:\u201e<em>D-MGNC This is an emergency! Request to land in Trento<\/em>\u201c umgehend kommt zur\u00fcck: T:\u201e<em>Okay, you are cleared to land on Runway 18, wind calm, 180degrees, 2knots<\/em>\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Na geht doch denke ich mir. Als ich am Boden war, sagt der T\u00fcrmer sogleich zu mir dass er mir eine Erlaubnis ausstellen kann, die ist dann f\u00fcr diese Flugzeug lebenslang g\u00fcltig!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8230;Ich liebe Italien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute melde ich einfach nur noch: \u201e<em>I\u00b4m D-MGNC, with clearance nr. 307, request to land in Trento<\/em>\u201c und es geht wunderbar easy! Das ist Komfort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freitag 07.06.2013<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz vor 10 Uhr sind wir in der Luft und nehmen Kurs auf St. Johann in Tirol. Die Wolkenbasis liegt \u00fcber den Dolomiten bei ca. 11.000 Fu\u00df. Die Bew\u00f6lkung ist scattered mit 4\/8 und wir steigen auf 12.000 Fu\u00df. Es ist ein erhabenes Gef\u00fchl stellenweise \u00fcber den Wolken zu fliegen. Zwischenzeitlich bin ich schon \u00f6fter \u00fcber die Alpen geflogen aber es ist immer wieder ein unbeschreiblich tolles Erlebnis f\u00fcr mich. Ich kann mich nicht satt sehen und genie\u00dfe jede Sekunde des Fluges. Die M\u00e4chtigkeit der Berge, die schneebedeckten Gipfel, die Seen und die T\u00e4ler. Hier ist die Natur in all ihrer Sch\u00f6nheit vereint. Der Landeanflug auf St. Johann ist nochmals spannend. Da wir kurz vorher, aufgrund der Bew\u00f6lkung, noch auf 11.000 Fu\u00df sind und die Platzrundenh\u00f6he 4.000 Fu\u00df betr\u00e4gt geht es jetzt daran H\u00f6he abzubauen. Hier vermisse ich meinen Tragschrauber. In der senkrechten Autorotation h\u00e4tte ich die ben\u00f6tigte H\u00f6he in weniger als 5 Minuten erreicht und wie der Name schon sagt senkrecht. Mit Schnuffi kreisen wir nun, eine gef\u00fchlte Ewigkeit, zwischen Kitzb\u00fcheler Horn und Wildem Kaiser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Uff, hier oben zu sein und \u00fcber die Alpen zu fliegen ist so unbeschreiblich, das geht so tief rein. Ein Wahnsinnsgef\u00fchl, nein nicht eins, es sind viele Gef\u00fchle: Ein Kribbeln, ein Gl\u00fccksgef\u00fchl, ein mulmiges, ein wenig ein angstvolles, ein wenig euphorisch und eins zum juchzen. Heute, mit der Ansage dass am Nachmittag die Bew\u00f6lkung wieder zuzieht, auch ein spannendes. 4\/8 wird manchmal 6\/8, aber immer ist der Ausweg in ein Tal klar zu erkennen. Leider sind Grossglockner und Grossvenediger nicht zu sehen, aber traumhafte Wolken- Berge-Bilder entstehen. Hier sp\u00fcrst du die Natur und wie klein du doch bist. Dem Berg ist es doch so was von egal, ob du hier bist oder nicht, ob du an ihm zerschellst kratzt ihn nicht. Aber, er erlaubt dir seine Sch\u00f6nheit zu betrachten. Er ist immer hier, du nur so kurz, nicht mal einen Wimpernschlag seines Berglebens, er lacht nur \u00fcber uns. Aber er lacht uns nicht aus, heute nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wolken haben die Tendenz im Laufe des Tages zu steigen. Laut Vorhersage reichen sie heute Vormittag von unterhalb der Gipfel bis auf 10.000ft, sp\u00e4ter auf 12.000ft, dann schon auf 14.000ft. Langsam wird\u2019s eng um uns rum. Nicht dass wir doch noch umkehren m\u00fcssen. Trotzdem, der \u00dcberflug ist das Highlight schlechthin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir w\u00e4hlen die Route \u00fcber den Grossen L\u00f6ffler, hinterm Zillertal vorbei dann \u00fcbers Pinzgau und die Krimmler Wasserf\u00e4lle in Richtung St. Johann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Heike<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einem kurzen Tank- und Essensstopp in St. Johann zieht es Schnuffi nach Hause. Da zwischenzeitlich die Wolkenbasis tiefer gesunken ist und die Bew\u00f6lkung zugenommen hat fliegen wir nicht auf dem direkten Weg zu Schnuffis Heimatstall sondern dem Tal folgend am Zahmen Kaiser vorbei Richtung Kiefersfelden. Ab da geht es entlang der A93 und der A8, die noch teilweise von dem Hochwasser \u00fcberschwemmt sind, nach Hause. Nach insgesamt \u00fcber 30 Stunden reiner Flugzeit bekommt Schnuffi von uns eine Komplettreinigung und Robert und ich lassen den Abend bei nun strahlendem Sonnenschein im Biergarten ausklingen und tr\u00e4umen schon von unserer n\u00e4chsten Tour.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\"><em><strong>Robert<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine \u00e4u\u00dferst erlebnisreiche Tour geht zu Ende. Mit ganz vielen H\u00f6hen und Tiefen. Wir haben wieder viel gelernt, sehr viel, auf allen erdenklichen Ebenen. Die drei Wochen, die Schnuffi weg war, hat meine Haltergemeinschaft etwas strapaziert. Durch den ganzen Regen ist das Rettungsger\u00e4t leider komplett abgesoffen. Gl\u00fcck im Ungl\u00fcck. Es ist just gerade nach unserer Ankunft abgelaufen. Wir h\u00e4tten sowieso ein neues gebraucht, aber nicht auszudenken wenn wir es ben\u00f6tigt h\u00e4tten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle einen ganz gro\u00dfen Dank an Thomas und Bernd, die mir trotz unserer unterschiedlicher Auffassung \u00fcber die L\u00e4nge von Schnuffis Ausfl\u00fcgen, die Gemeinschaft nicht aufk\u00fcndigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Robert Die Idee: Ich stehe in M\u00fcnchen in der Galerie meines Freundes, dem bekannten Fotografen Raffaele Celentano. Er erz\u00e4hlt mir von seinem geplanten Urlaub. 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