{"id":104,"date":"2014-06-13T16:23:06","date_gmt":"2014-06-13T14:23:06","guid":{"rendered":"http:\/\/abenteuerpiloten.de\/?page_id=104"},"modified":"2021-06-06T21:46:43","modified_gmt":"2021-06-06T19:46:43","slug":"frankreich-spanien-portugal-2014","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/abenteuerpiloten.de\/?page_id=104","title":{"rendered":"FRANKREICH-SPANIEN 2014"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Robert: auf Urlaub&#8230;.oder?<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Sand an meinen nackten F\u00fc\u00dfen ist gerade angenehm warm, nicht zu hei\u00df, dazu die leichte Brandung die vom Atlantik an den Strand rollt, Wind in den Haaren, jawohl so muss Urlaub sich anf\u00fchlen. Das ist es. Und so hart erk\u00e4mpft war er noch nie. Ich sp\u00fcre f\u00f6rmlich wie die Entspannung sich im K\u00f6rper und Seele breit macht. So sch\u00f6n hier, nur&#8230;eigentlich wollte ich doch Skifahren gehen&#8230;ja wo bin ich eigentlich? Was habe ich alles erlebt, was ist alles passiert? Vor meinen Augen lasse ich alles noch mal in Ruhe an mir vorbeiziehen.Nach unserer letzten Reise im vergangenen Winter in Australien wollte ich endlich mal Skifahren vom allerfeinsten. Skitouren gehen in hohen Bergen. Abenteuer und ein Hauch von Exotik sollte dabei sein. Skitouren im hohen Atlas Gebirge von Marokko, Jawohl. Berge bis \u00fcber 4000m. Trockener Pulverschnee. Eseltransport, Afrika und der Hauch\u00a0 von Tausend und einer Nacht. Marokko!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Heike: vertr\u00e4umt<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist ein grauer, verregneter Dezembertag ich d\u00f6se auf dem Sofa und tr\u00e4ume von Sonnenschein als ich aus der Ferne etwas h\u00f6re das sich wie \u201eWir fliegen mit dem Tragschrauber zum Tourenskifahren nach Marrakesch\u201c anh\u00f6rt. Im D\u00e4mmerzustand baue ich das geh\u00f6rte gleich in meinen Traum ein. \u00dcber mir drehen sich zwei paar Tourenski als Vierblattrotor, die Skistiefel h\u00e4ngen links und rechts an der Seite wie die Satteltaschen bei den Kamelen und die Skibekleidung k\u00f6nnen wir auch als Flugklamotten gebrauchen. \u201eSuper, ich habe schon alles verstaut wann fliegen wir los?\u201c murmele ich vor mich hin, mache vorsichtig ein Auge auf und sehe Robert voll Begeisterung in einer Zeitschrift bl\u00e4ttern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Robert:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df \u00fcberhaupt nicht mehr wie \u201ewir\u201c auf das schmale Brett kamen, ausgerechnet mit unserem Tragschrauber nach Marokko fliegen zu wollen. Da muss Heike wohl voll was verwechselt haben. Aber ich bin es der nun im Schnee kniend auf dem Boden rumkriecht im eiskalten Dezember und versuche das bl\u00f6de Transportfach des MTO zu erweitern. Momentan ist es mir noch ein vollkommenes R\u00e4tsel wie all das Equipment\u00a0 nebst Klamotten f\u00fcr eine solche Reise in einem Gyro verstaut werden soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Heike:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dies wird ein echt cooles Unterfangen. Wobei cool hier im wahrsten Wortsinn gemeint ist. Wir fliegen im Februar los! Ich bin f\u00fcr das Einholen der marokkanischen Einfluggenehmigung zust\u00e4ndig. Leichte Aufgabe denke ich und schicke eine Mail an eine Adresse, die ich im Internet gefunden habe. Keine 10 Minuten sp\u00e4ter kommt eine sehr nette Antwort, mein Adressat ist nicht daf\u00fcr zust\u00e4ndig hat aber meine Anfrage weitergeleitet. Nach weiteren 10 Minuten ist ein Formular in meinem Postfach das ausgef\u00fcllt zur\u00fcck gemailt werden. \u201eNa das ist ja einfach\u201c denke ich und freue mich dass ich den leichten Part unserer Flugvorbereitung \u00fcbernommen habe. Robert steht vor ganz anderen Herausforderungen. Dem Umbau eines MTO Sport zu einem Cargoflieger. Auch ohne Skiausr\u00fcstung, die leihen wir uns vor Ort, ist es eine logistische Meisterleistung Gep\u00e4ck f\u00fcr drei Wochen inklusive Zelt, Isomatten, Schlafs\u00e4cke, Laptop und Fotoausr\u00fcstung sicher unterzubringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Robert:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir reicht\u00b4s! Leider gibt es in der Heimat der HMN in Peiting keine Heizung. Ich kapituliere vor der K\u00e4lte \u00a0und wir ziehen um nach M\u00fchldorf zu Ulli Hahn, dem Besitzer der \u00a0Flugschule Cavok, hier ist die Halle geheizt. Gro\u00dfen Dank an Andi, unseren Mechaniker f\u00fcr alles und Modellbauer par excellence, sowie an Ulli und Heike (die Heike von Ulli) die uns mit einer beheizten Halle, einem warmen Bett, tollem Fr\u00fchst\u00fcck und vielen Tipps sehr geholfen haben. Andi zaubert ein laminiertes Sperrholzbrett mit Kevlarzwischenlage aus dem Hut, und wir schnitzen es passend vorne rein und es entsteht ein \u201eriesiges\u201c Gep\u00e4ckfach. Mit \u00a0Gurtbr\u00fccken verzurren wir den Rest im Inneren und langsam fange ich doch an zu glauben dass alles untergebracht werden kann. Und das bei Einhaltung von 450 Kg Mtow!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im M\u00e4rz ist in Marokko eine gute Zeit f\u00fcr Skitouren und wer im Hohen Atlas fliegen will sollte dies nicht unbedingt im Sommer tun. Druckdichte, W\u00fcstenst\u00fcrme, Sandhosen, alles spricht daf\u00fcr dass das Fr\u00fchjahr eindeutig die beste Zeit ist!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Heike:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 24.02.2014 geht es in M\u00fchldorf EDMY, eingepackt wie zur Polarexpedition, los. Ich schaffe es fast nicht in den Gyro einzusteigen so kugelrund bin ich. Das Michelinm\u00e4nnchen l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Dank Wolfgang der extra f\u00fcr uns eine Stunde fr\u00fcher den Platz ge\u00f6ffnet hat sind wir um 8.30 Uhr airborne. Bei besten Sichtflugbedingungen heben wir ab und machen uns auf zu unserem ersten Tankstopp nach Mengen EDTM. Ich fliege gem\u00fctlich vor mich hin und f\u00fcr Robert geht die Arbeit schon jetzt richtig los. Bewaffnet mit seiner neuen Nikon entstehen die ersten tollen Bilder von M\u00fcnchen. Go west ist unser heutiges Motto, immer westw\u00e4rts. Kein W\u00f6lkchen am Himmel, perfekte Flugbedingungen, bis 10 Minuten vor unserem Ziel pl\u00f6tzlich wie aus dem Nichts, eine Nebelwand vor uns steht. Ich funke Mengen an um nach den Bedingungen am Platz zu fragen. Die Antwort \u201eso knappe 200 Meter Sicht werden es schon sein\u201c f\u00fchrt zu unserer ersten Plan\u00e4nderung. Neues Ziel Leutkirch EDNL.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem tanken, bezahlen, Flugplan f\u00fcr den Einflug nach Frankreich aufgeben und Pipi machen, was f\u00fcr eine Michelinm\u00e4nnchen-Frau durchaus eine kleine Herausforderung darstellt, geht es weiter \u00fcber den Bodensee und den Schwarzwald nach Frankreich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Robert: Ich bin ein Quirl.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser erster Tag besteht aus fliegen landen, tanken. Fliegen, landen tanken. Und immer schei\u00df viel Gegenwind. Nach acht Stunden Luftquirltime landen wir kurz vor Sunset in Bellegarde, 200km n\u00f6rdlich von Grenoble, was wir eigentlich als Tagesetappe geplant hatten. Der Gegenwind eben. Ich muss so dringend auf die Toilette, aber meine drei Hosen und tausend Jacken verhindern \u201eschnell mal eben\u201c. Dar\u00fcber hinaus bin ich echt voll groggy vom Tragschrauben. Mein Sinnesorgane sind der Meinung ICH h\u00e4tte mich den ganzen Tag gedreht, und nicht das Flugger\u00e4t. Ich f\u00fchle mich derma\u00dfen ger\u00fchrt&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Leute am Platz von Bellegarde empfangen uns voll nett, \u00f6ffnen f\u00fcr uns den Hangar und auch gleich eine Flasche Wei\u00dfwein. Heike trinkt keinen Alkohol, ich vertrage keinen Wei\u00dfwein, nur gut dass wir zum Hotel gefahren werden, so kann ich mich auf das Drehen im Kopf und K\u00f6rper konzentrieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Heike:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei sch\u00f6nstem Sonnenschein und relativ wenig Wind starten wir am Vormittag um \u00fcber Gap LFNA zu unserem Tagesziel Sisteron-Theze LFNS zu fliegen. Unsere Freude \u00fcber das laue L\u00fcftchen ist kurz. Wahrscheinlich musste der Wind nur Luft holen um uns dann wieder aus vollen Lungen anzublasen. Mit der H\u00f6he nimmt er stark zu, so dass wir beschlie\u00dfen nicht wie geplant \u00fcber Alpe d` Huez zu fliegen sondern stattdessen \u00fcber Grenoble und weiter der Drac folgend durch die T\u00e4ler um nicht ganz so starken Gegenwind zu haben. Kurz nach Chambery geht es in das Is\u00e8re-Tal. Rechts von uns die Gipfel der Chartreuse und links die des Belledonnes, wir in der Mitte und genau vor uns der Flugplatz Grenoble le Versoud LFLG. Da das Tal relativ eng ist und wir wegen des Windes nicht h\u00f6her steigen wollen funke ich LFLG an um unsere Position mitzuteilen. \u201eLe Versoud Info D-MHMN northwest of airfield on 2000 feet passing the airfield west of Is\u00e8re from north to south on the way to Gap Tallard\u201d. Ich bin total \u00fcberrascht eine Antwort zu erhalten da dies auf franz\u00f6sischen Infopl\u00e4tzen eher die Ausnahme als die Regel ist. \u201eD-MHMN QNH 1018 next report base\u201c. Ich plappere brav den QNH zur\u00fcck und erkl\u00e4re dem Herren am Funk, dass ich nicht landen m\u00f6chte sondern auf dem Weg nach Gap Tallard bin und dies nur eine Positionsmeldung zur Information ist. So geht es ca. 5 mal. Die Antwort ist immer gleich \u201eD-MHMN QNH 1018 next report base\u201c. Aus Verzweiflung erinnere ich mich an meine Franz\u00f6sischkenntnisse. Grammatikalisch sicher nicht perfekt aber mit ein bisschen gutem Willen durchaus verst\u00e4ndlich. Inzwischen haben wir den Platz schon ein ganzes St\u00fcck hinter uns gelassen und ich teile ihm auf englisch und franz\u00f6sisch mit, dass wir jetzt seine Frequenz verlassen werden und w\u00fcnsche ihm noch einen sch\u00f6nen Tag. Sein \u201efrequency change approved\u201c macht mich gl\u00fccklich, endlich hat er es begriffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen dem Pelvoux-Gebirge und den Drome Alpen geht es vom Gegenwind ausgebremst mit ca. 70 km\/h \u00fcber Grund nach LFNA. Wir rollen gleich zur Tankstelle und w\u00e4hrend Robert sich um die Betankung k\u00fcmmert hole ich mein Mobiltelefon aus der Tasche und sehe dass ich zweimal von einer mir unbekannten deutschen Nummer angerufen wurde und schon klingelt das Handy wieder. \u201eDeutscher Such und Rettungsdienst, wo sind Sie? Sie wurden als vermisst gemeldet\u201c. Mein erster Gedanke ist, dass ich aus Versehen den ELT aktiviert habe. Dieser war es jedoch nicht sondern Grenoble hat Alarm ausgel\u00f6st, da wir nicht gelandet sind. Der Typ am Funk hat nichts, aber auch gar nichts verstanden. Ich bin tief beeindruckt wie schnell der Such- und Rettungsdienst die Arbeit aufnimmt. Deutschland wurde deshalb informiert, da die Maschine D registriert ist. Sie haben \u00fcber den DULV meine und Roberts Mobilnummer erhalten und haben es zuerst immer wieder auf unseren Handys probiert. Parallel dazu ist die Detektivarbeit angelaufen. Ermittlung von Angeh\u00f6rigen, die eventuell die geplante Flugroute kennen. Dies w\u00e4re der n\u00e4chste Schritt gewesen. Die Telefonnummer meiner Mama hatten sie schon aber zum Gl\u00fcck noch nicht angerufen. Aufgetankt und um die Erfahrung reicher, dass ich einen unkontrollierten franz\u00f6sischen Platz nur noch dann anfunke, wenn ich dort landen will fliegen wir nach Sisteron.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Robert: Fliegen wie Gott in Frankreich<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heikes Mitteilungsdrang in alle Ehren, aber besser h\u00e4tte ich es ihr nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. In Frankreich nur funken wenn es notwendig ist! Nun haben wir es \u201eerfahren\u201c mir h\u00e4tte Sie ja ohnehin nicht geglaubt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir bleiben einen Tag in Sisteron-Theze, wo meine Freunde Uta und Moritz ein h\u00fcbsches G\u00e4stehaus betreiben. Wir bleiben gerne dort, aber auch aus dem Grund da es den ganzen Tag hagelt und schneit.\u00a0 Langsam steigt in mir der Verdacht auf, dass es nicht unbedingt die beste Zeit ist um quer durch Europa zu fliegen.\u00a0 Wiederum sind wir in einem Hangar untergekommen, in dem von Francis Kefer der dort einen Betrieb unterh\u00e4lt f\u00fcr Flugzeugbeklebungen. Somit bekommen wir obendrein auch noch sehr sch\u00f6ne Namensaufkleber auf den Gyromaten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich kann diesen Platz nur empfehlen f\u00fcr Leute die einen Wochenurlaub planen. Bei Uta ist alles da. Motorr\u00e4der, Pferde oder Segelflugzeuge zum chartern sowie Tourguides f\u00fcr alles, Berge und Meer. Die hei\u00dfen da Alpes du Haute Provence und Cote Azur. Wird aber ab dem Fr\u00fchjahr erst so richtig sch\u00f6n, wir frieren hier zu sehr deswegen nutzen wir den \u00fcbern\u00e4chsten blauen Tag und schlagen uns \u00fcber die Berge wie den Mount Ventoux, dem legend\u00e4ren Rennradberg der Tour de France.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt wird es notwendig zu funken denn wir fliegen nun permanent durch CTR\u00b4s von Avignon, Nimes, Montpellier usw. .. Aber hier l\u00e4uft alles professionell und reibungslos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der blaue Himmel verdeckt sich bald, und \u00fcber der Camargue sind wir im Regen. Keines der wildlebenden wei\u00dfen Camargue-Pferde ist unter uns zu sehen, wof\u00fcr sie bekannt ist. Aber wir wollen ja weiter, noch ganz weit. Nur noch \u00fcber die Pyren\u00e4en h\u00fcpfen und schon sind wir in Spanien. Ach hatte ich schon erw\u00e4hnt dass wir wieder mittleren Gegenwind hatten? Ich lerne nun wie sich ein Gyrocopter bei B\u00f6en und Leerotoren verh\u00e4lt, \u00e4hnlich wie ein fliegender Teppich der von oben geklopft wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich w\u00e4hle den Weg des geringsten \u00dcbels aus, was mir nicht so wirklich gelingt. Zeitweise ist mir schlecht aber irgendwie rutschen wir doch noch dr\u00fcber und erblicken die Costa Brava vor uns, und die flache Empord\u00e1. Endlich hat das Klopfen ein Ende, alles ist wieder gut. Nahe Figueres drehen wir noch ein paar Kreise \u00fcber dem Pferdehof meines Kumpels, was wir jetzt noch nicht wissen ist, dass wir dort die n\u00e4chsten zwei Tage verbringen werden wegen Sturm&#8230; Der hei\u00dft hier Tramuntana, also von Jenseits der Berge, was gleichzusetzen ist mit Leeturbulenzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber bei Freunden ist man ja gerne. Apropos Essen, hier gibt es beim Metzger wie selbstverst\u00e4ndlich, halbe Schafe und ganze Hasen zum kaufen, der Stopp h\u00e4tte auch noch l\u00e4nger dauern k\u00f6nnen. Wenn nur nicht \u00fcberall der Fasching w\u00e4re. Ich bef\u00fcrchte, dass dieser uns noch durch ganz Spanien verfolgen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Heike: Hasta la vista<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">It\u00b4s time to say good bye oder auf spanisch \u00a1Hasta la vista! Das abgerufene Flugwetter l\u00e4sst hoffen, dass wir unser Tagesziel Castellon de la Plana problemlos erreichen. Beim Flug durch das Ebro Delta wird es uns wahrscheinlich kr\u00e4ftig durchblasen aber ansonsten sieht es nach einem ruhigen Flug aus. Unsere geplante Flugroute f\u00fchrt an der K\u00fcste entlang bis zur CTR von Barcelona El Prat LEBL. Diese umfliegen wir landeinw\u00e4rts da unser \u201eFotostopp\u201c in den Bergen von Montserrat liegt. Das Kloster Santa Maria de Montserrat sowie die umliegenden Eremitagen. Mit dem ruhigen Flug ist es genau in dem Moment vorbei als wir n\u00f6rdlich von Barcelona die K\u00fcstenlinie verlassen. Robert macht Bilder und ich k\u00e4mpfe. K\u00e4mpfe mich durch den jetzt stark b\u00f6igen Wind Richtung Montserrat. Es wird immer schlimmer und ich f\u00fchle mich wie ein Cocktail. Ger\u00fchrt und gesch\u00fcttelt. Kurz vor Montserrat drehe ich ab da es nicht mehr geht. Roberts Protest f\u00e4llt gering aus, da auch er von der Achterbahnfahrt genug hat. Wir fliegen auf direktem Weg zum Tankstopp nach Avinyonet, dem Flugplatz des Tragschrauberherstellers Airbet Girabet. Nachdem wir zu Mittag gegessen haben und der Gyro getrunken hat zeigt uns die perfekt deutsch sprechende Laura das Tragschraubersortiment von Airbet. Die Einsitzer und die Side by Side Doppelsitzer gibt es sowohl verkleidet als auch unverkleidet. Ich w\u00fcrde gerne mal mit einem unverkleideten fliegen. Ich glaube dies ist nochmal ein ganz anderes Feeling. Laura hat mir versprochen, dass sie mich mal mitnimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Robert: Die Seerettung zu Luft am Boden<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuerst dachte ich mir noch dass aufgrund des Feiertages \u00a0alle bei den Familien sind, oder so. Auf das Naheliegendste kam ich erst ein wenig sp\u00e4ter. Schlechtwetter! Scheiss Gegenwind. Wir fliegen gleich zur K\u00fcste weil ich mir immer einbilde an der K\u00fcste ist es am ruhigsten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwas westlich von Sitges war ich mal vor 20 Jahren mit einem Quicksilver auf Floates um Touristen durch die Gegend zu fliegen. Die Floates erwiesen sich als n\u00fctzlich denn man kann auf dem Wasser \u00fcberall landen wenn der Motor ausf\u00e4llt, was damals irgendwie st\u00e4ndig vorkam. Deswegen macht mein Kumpel jetzt was ruhiges, eben den Pferdehof auf dem wir die letzten zwei Tage verbracht haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach 60km oder besser nach mehr als einer Stunde Flugzeit melde ich uns bei Reus Tarragona an, <em>\u201eSi Si Senior\u201c.<\/em> Wir fliegen an der K\u00fcste entlang, fliegen an Reus vorbei, fliegen immer noch an der K\u00fcste entlang, an der gleichen K\u00fcste. Es dauert ewig. Und wir wollen ja noch so weit! Ich sehe vor uns wieder Berge die bis zum Meer reichen.\u00a0 Da male ich mir aus dass meine ruhige K\u00fcstenfliegerei &#8211; Theorie wohl bald baden geht und melde mich als Ul in Reus zur Landung an. \u00a0Der T\u00fcrmer versteht sofort und prompt kommt seine R\u00fcckmeldung:\u00a0 <em>\u201eSi Si Senior, no es un Problem!\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo wir uns m\u00fchsam vorw\u00e4rts gek\u00e4mpft hatten braucht jetzt keine drei Minuten und wir sind wieder zur\u00fcck. Fliegen direkt auf die Bahn, drehen uns in den Wind und gehen runter wie ein Hubschrauber. Unsere erste Landung auf einen spanischen internationalen Flughafen. Na gut, hier ist recht wenig los.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Heike:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem die HMN mit eigenem Tankwagen betankt wurde und ich mindestens dreimal unterschrieben habe dass ich wirklich AVGAS und kein Kerosin haben m\u00f6chte gehe ich zum Handlingb\u00fcro um zu bezahlen. Ich werde mit \u201eHola, what are you doing here, you can\u00b4t come with an ultralight to this airport\u201d begr\u00fc\u00dft. Ich fange an eine Entschuldigung zu stammeln. \u201cYes I know but the tower allowed me to land here\u201d da merke ich dass die beiden Herren \u00fcber das ganze Gesicht grinsen. Sie hei\u00dfen mich herzlich willkommen und teilen mir mit, dass sie dies wissen und der Tower mir leicht eine Landung erlauben kann, da er ja nicht ihr Problem hat. Das Problem war die Abrechnung. Das Programm hatte nichts kleineres als eine Cessna 172 zu bieten. Irgendwie haben sie es dann doch geschafft und ich habe gleich den Flugplan f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag aufgegeben. In Spanien k\u00f6nnen UL unkontrolliert fliegen aber ein Abflug aus einer Kontrollzone bedarf immer eines Flugplanes. Vor dem B\u00fcro erwarten mich Robert und Francesco, der Kommandant der Salvamento Maritimo, eine spanische SAR-Einheit. Francesco f\u00e4hrt uns, nachdem er f\u00fcr uns noch einen Hangarplatz organisiert hat, ins Hotel nach Reus. Das war jetzt schon unsere zweite Begegnung mit dem Such und Rettungsdienst auf dieser Reise, diesmal aber durchaus hilfreich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Robert:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen weiter am n\u00e4chsten Tag, weil wir wollen ja noch ganz weit. Die Wetter und Windvorhersage ist besser, zumindest nicht schlechter, und erst am sp\u00e4teren Nachmittag k\u00f6nnte der Wind wieder auffrischen. Wir k\u00e4mpfen uns an den Bergen vorbei an die K\u00fcste. Das K\u00fcstengebirge nimmt kein Ende, der Wind kommt wieder vom Land, also verwirbelt. Am Atomkraftwerk angekommen stellt uns der freundliche Controller vor die Wahl: \u00dcber die Berge oder \u00fcber das Meer. Ich nehme Meer, und stelle dann f\u00fcnf Kilometer vom Ufer entfernt fest die andere Option h\u00e4tte wohl auch nicht schlechter sein k\u00f6nnen, da es selbst hier noch klopft. Gegen den Wind fliegen wir so schnell wie m\u00f6glich wieder an die K\u00fcste ran, zugegeben noch ein bisschen innerhalb des verbotenen Kreises aber schlie\u00dflich geht\u2019s hier ums Leben!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ger\u00fchrt und gesch\u00fcttelt erreichen wir das Ebrodelta, wovor man uns gewarnt hatte da der Wind \u00fcber das ganze Land hindurch den Ebro bis zum Meer begleitet, und das mit ordentlicher Kraft! Diese seltsame Symbiose ist f\u00fcr uns nicht gerade erfreulich. Die Reisfelder unter uns zeigen sich um die Jahreszeit kahl und braun und sind somit fototechnisch gesehen nicht ergiebig. 75% des Deltas dient dem Reisanbau, der ca. ein Drittel des spanischen Bedarfes darstellt. Der Rest ist Sumpfgebiet und das gesamte Flussdelta ist ein artenreiches Brut- und Rastgebiet f\u00fcr \u00fcber 300 Vogelarten, es dient auch als Quartier f\u00fcr die \u00dcberwinterung von Zugv\u00f6geln aus Nordeuropa. Aber aus bestimmten Gr\u00fcnden ziehen wir weiter und fliegen dieses Paradies nicht ganz aus sondern wieder mal nur schnellstm\u00f6glich weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleich dahinter wird\u2019s ruhig und zum ersten Mal kein Gegenwind! Ein seltsames Gef\u00fchl beschleicht: Sollte es gar Langweilig werden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kurz vor Valencia kommt der n\u00e4chster Landeplatz in Sicht. La Llosa, ein kleiner Platz mit 200m Bahn. Ich dachte er w\u00e4re l\u00e4nger, aber nun sitzen wir schon mal hier und warten auf Sprit. Der Vorteil an kleinen Pl\u00e4tzen: Da gibt\u2019s kein Avgas, sondern Normal 95 von der Tanke. Der Nachteil: Manchmal gibt\u2019s keinen! Oder es dauert ewig bis jemand kommt, Zeit f\u00fcr dich hat&#8230;. Stunden sp\u00e4ter&#8230; Short Field Take off mit dem Gyro&#8230;. wir kommen knapp \u00fcber die B\u00fcsche weg. Aber wir wollen ja noch soviel weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vorbei an Valencia, eine meiner spanischen Lieblingsst\u00e4dte. Sie verbindet Moderne mit alten Kolonialstill wunderbar miteinander. Kneipen im typisch alten spanischen Stil neben modernen Museen. Yachthafen mit Formel1 Rennstrecke. Gro\u00dfstadt unweit von ruhigen langen Sandstr\u00e4nden im Nationalpark gelegen. Valencia ist eine Reise Wert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Reise f\u00fchrt uns leider vorbei. Weiter an bekannten spanischen Touristenorten wie Denia, Benidorm entlang und \u00fcber unz\u00e4hlige unbekannte Naturschutzparks die zum wandern einladen. Kurz vor Denia steht ein markanter einzelner Berg und wie ich noch so \u00fcberlege wie rum wir fliegen sollen dr\u00fcckt es uns schon mehrere hundert Fuss runter. Gas raus, Speed weg, Nase hoch, mittlerweile uns in Fleisch und Blut \u00fcbergegangene Reflexe laufen im Hintergrund ab w\u00e4hrend ich nach dem \u00dcbelt\u00e4ter Wind oder gar Sturm Ausschau halte und mir ausmale wie er uns wieder erwischen will. Alles wieder zur\u00fcckfliegen? Auch nicht besser, der Wind hat ja gedreht. Jetzt kommt er mehr von Westen, und wieder \u00fcbers Land, wieder turbulent \u00fcber die Berge, \u00a0also wieder nichts mit ruhiger K\u00fcstenfliegerei Theorie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir fliegen in solchen Situationen immer abwechselnd. Jeder von uns solange wie sein Nervenkost\u00fcm es mitmacht. Nach einer gewissen Zeit in solchen Bedingungen verspannt sich der K\u00f6rper zunehmend, die Aufmerksamkeit nimmt ab, der Tunnelblick zu. Dann \u00fcbernimmt der andere wieder f\u00fcr eine Weile, der sich ja in den letzten Minuten \u201eEntspannen\u201c konnte. Mittlerweile haben wir Sensoren daf\u00fcr wenn es soweit ist das man\u00a0 den \u201eangespannten\u201c Pilot in Command die Arbeit abnehmen soll. Das hilft ungemein denn dadurch wird der Pilotierende nie \u00fcberlastet, und der andere verliert nicht den Kontakt zu der vorherrschenden Situation. Dieser Art zu fliegen gab ich den Namen \u201egeklopfter Delphinstill\u201c. So rocken wir bis kurz vor Alicante. Ich bete f\u00f6rmlich schon den Flugplatz Mutxamel\/Muchamiel herbei, was anderes gibt es hier nicht. Der Wind wird immer st\u00e4rker aber zum Gl\u00fcck ist der Platz frei angestr\u00f6mt und keine gr\u00f6\u00dferen Turbulenzen vorhanden. Um nicht in der Luft stehen zu bleiben, fliegen wir mit Vollgas zum Platz und genauso bis zum Boden! Sofort werden wir in einen Hangar gestellt. Der bei diesen Winden ohrenbet\u00e4ubend scheppert und kracht, als ob er jeden Moment selber wegfliegen m\u00f6chte. Die Windbedingungen waren mal wieder um die 25Kt mit B\u00f6en von 37kt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luis der aussieht wie Georg Clooney, Chef vom Sportfliegerclub empf\u00e4ngt uns mit den Worten \u201e<em>Jetzt ist der Poniente losgegangen, der bleibt drei Tage, und danach kommt der Levante!\u201c<\/em> Schon wieder so ein Wind der gleich einen Namen hat und es werden noch mehr&#8230; Sie verfolgen uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Louis alias George Clooney bringt uns noch zum Hotel, und erkl\u00e4rt das Sie derzeit an einen Projekt arbeiten um ihren Platz f\u00fcr Besucher attraktiver zu machen.\u00a0 Dazu geh\u00f6rt auch eben diese Hotelverbindung, wo Piloten und Besucher des Platzes verg\u00fcnstigt n\u00e4chtigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Heike<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach unserer Bekanntschaft mit dem Mistral und dem Tramuntana lernen wir jetzt auch den Poniente in seiner vollen St\u00e4rke kennen. Ich habe im Stillen die Hoffnung, dass der Poniente gerade keine Lust hat drei Tage zu bleiben und sich morgen schon wieder verkr\u00fcmelt. Macht er aber leider nicht. Am n\u00e4chsten morgen ist er noch st\u00e4rker geworden und wir beschlie\u00dfen in Mutxamel ein paar Eink\u00e4ufe zu machen. Auf dem Weg in die Stadt h\u00e4lt ein Auto neben uns und die Fahrerin fr\u00e4gt auf Spanisch ob sie uns mitnehmen soll. Wir nehmen das Angebot dankend an und auf der Fahrt stellt sich raus, dass Svetlana, in der Ukraine geboren, 15 Jahre in Deutschland gelebt hat. Sie freut sich, dass sie mal wieder deutsch sprechen kann und wir freuen uns dass wir einen Guide f\u00fcr Alicante haben denn wir beschlie\u00dfen schnell, dass wir am Abend zusammen dorthin fahren. In Alicante zeigt uns der Poniente sein ganzes K\u00f6nnen. Zu Fu\u00df ist gegen den Wind nahezu kein vorankommen m\u00f6glich, mit dem Wind geht es daf\u00fcr so schnell, dass die F\u00fc\u00dfe gar nicht mehr mit laufen nachkommen. Und so geht es bis zum Nachmittag des \u00fcbern\u00e4chsten Tages. Dann wird es schlagartig ruhig. Exakt 3 Tage nachdem er angefangen hat zu pfeifen h\u00f6rt er wieder auf und wir k\u00f6nnen endlich weiterfliegen. Unser n\u00e4chstes Ziel ist Vera. Der Platz von Marion und G\u00fcnter M\u00fcller, zwei UL-Flieger der ersten Stunde, die 1999 nach Spanien ausgewandert sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Robert:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Studieren der weiteren Route habe ich auf Google Earth einen Flugplatz n\u00e4he Murcia gefunden, der genau auf unserem Weg liegt, aber weder in meinen Karten noch im GPS eingezeichnet ist. Hier entdecken wir einen spanischen Fauxpas. Es geh\u00f6rt zum guten Ton sich als Provinz einen Internationalen Flughafen zuzulegen. Auch wenn dieser nie in Betrieb genommen wird. Da werden schon mal so weit \u00fcber 200 Millionen in die W\u00fcste gesetzt. Fix und Fertig erschlossen und nie er\u00f6ffnet. Letztendlich haben wir auf dieser Reise ganze drei! solcher vollends fertig gestellter Flugh\u00e4fen gefunden, die dann entweder nie eine Genehmigung bekamen oder irgendwelche Pfr\u00fcndestreitereien dazu f\u00fchrten das sich keine Fluglinie dort ansiedelte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenso zuhauf \u00fcberfliegen wir in Spanien viele angefangene Siedlungen, komplett erschlossene Stra\u00dfenz\u00fcge nebst Beleuchtung, Gehwegen und Parkb\u00e4nken. Allerdings ohne dass auch nur ein Haus dort gebaut wurde. Somit verfallen diese wieder und werden von der Natur zur\u00fcckerobert. Nach Tischgespr\u00e4ch mit einem spanischen Bankier gibt es davon weit \u00fcber 100.000 Einheiten, wobei eine Einheit auch aus fertig erstellten H\u00e4usern und Wohnanlagen bestehen kann die leer stehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Leider erlaubt uns der Controller der CTR Murcia keine Besichtigungstour des ungen\u00fctzten Flughafens und das erste Mal erlebe ich eine sehr hartn\u00e4ckige Type am Funk.\u00a0 Partout schickt er uns die lange Route ums Cap Palos, wom\u00f6glich m\u00f6chte er uns nicht die Schmach seiner Provinz sehen lassen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach einer Reihe langweiliger Tourihochburgen und den dortigen Hochh\u00e4user wird es landschaftlich doch noch sehr reizend. Eine wundersch\u00f6ne Salina zeigt sich im Licht und Schattenspiel wie es besser nicht sein k\u00f6nnte. Die S\u00fcdk\u00fcste des Cabo de Palos erweist sich wieder mal als ein fantastisches Naturareal mit wilden hohen Bergen gleich dahinter die Raffinerie, und zur Abwechslung f\u00fcr uns noch mal starke Turbulenzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der hartn\u00e4ckige Typ von der CTR lotst uns von seinem gem\u00fctlichen Sessel aus 10 Meilen aufs Meer raus da angeblich in Cartagena nun ein Springerplatz kommen soll, der ebenfalls auf keiner unserer Karten verzeichnet ist. Wir fliegen eine Meile raus und es reicht f\u00fcr mich. Welcher Idiot springt denn dreihundert\u00a0 Meter \u00fcberm Meer da drau\u00dfen rum?\u00a0 Der Controller erz\u00e4hlt mir noch was von UL d\u00fcrften da gar nicht fliegen, so ein Witzbold, na wer schickt mich denn hierher?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin zu sehr Deutsch, die Spanier fliegen hier ohne Anmeldung. Ich verlasse diese Frequenz. Beim \u00dcberfliegen unz\u00e4hliger Gew\u00e4chsh\u00e4user meine ich noch zu Heike stell dir vor wir w\u00fcrden da abst\u00fcrzen, das g\u00e4be ganz sch\u00f6n Glasbruch. An dieser K\u00fcste hier ist das Gew\u00e4chshaus Europas. Fl\u00e4chen von \u00fcber 25km auf 15 Kilometer sind hier zugeballert mit Glas und Folie. Das Wasser der ganzen Sierra Nevada flie\u00dft \u00fcber diese Glashausstationen in unsere Superm\u00e4rkte.\u00a0 Oft auf illegale Weise weil die Bauern die Brunnen anbohren. (*Quelle Wikipedia)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Heike:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angekommen in Vera bei Marion und G\u00fcnter f\u00fchle ich mich als ob ich die Zwei schon seit Ewigkeiten kenne. Wir verbringen zusammen einen netten Abend wo uns die Beiden ihre Flugerlebnisse der letzten 35 Jahre erz\u00e4hlen und uns zur Kr\u00f6nung des Abends noch ins Padel, eine spanische Mischung aus Tennis und Squash einweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich am n\u00e4chsten morgen den Kopf zur T\u00fcre raus strecke fehlt etwas. Irgendetwas ist anders als sonst. Ich frage mich was hier seltsam ist und pl\u00f6tzlich f\u00e4llt es mir wie Schuppen von den Augen. Der Wind. Es fehlt der Wind. Strahlender Sonnenschein und absolute Windstille. Ich bin begeistert. Marion organisiert f\u00fcr uns noch bei\u00a0 Julio von Aeroveletta in Granada Sprit und dann geht es los. Ein wundersch\u00f6ner Flugtag \u00fcber die spanische W\u00fcste, die Tabernas und durch die Berge der Sierra Nevada liegt vor uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">[envira-gallery id=&#8220;245&#8243;]<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Robert:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir lassen die glei\u00dfend blendenden Gew\u00e4chsh\u00e4user links liegen und fliegen in die W\u00fcste. Welch eine Abwechslung die hier auf kleinsten Raum vorzufinden ist. Ich suche Tabernas aus der Luft, das ist die W\u00fcstenstadt wo in Spanien Wildwest-Filme gedreht werden weil es da so \u201ew\u00fcstig\u201c aussehen soll. Ich finde das gar nicht und das Mini-Hollywood ebenso nicht. (Hei\u00dft wirklich so).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich scheue die Milliarden Windr\u00e4der welche n\u00f6rdlich der Sierra Nevada stehen und wir entscheiden uns die Sierra mit ihren schneebedeckten Gipfeln s\u00fcdlich zu umfliegen, aus Sprit und Zeitspargr\u00fcnden. Immerhin stehen die Karten gut dass wir heute bis nach Trebujena unserem europ\u00e4ischen Endziel bei Jerez de La Frontera kommen k\u00f6nnten. Es ist kein Wind, gar keiner. Die Windr\u00e4der stehen still, unglaublich. Aber man wei\u00df ja nie, wir bleiben lieber s\u00fcdlich. Au\u00dferdem geht\u2019s da \u00fcber die Alhambra in Granada. Die rote Burg wie die Einheimischen sie auch nennen. Dieses Weltkulturerbe verdanken die Spanier noch den Mauren, wie auch viele St\u00e4dtenamen die so \u00e4hnlich klingen. Al munecar, al meria, usw. So auch al-andalus f\u00fcr Andalusien. Hinter Granada landen wir auf dem kleinen Platz von Julio, der mir gleich seinen Platz zum Kauf anbietet. Als ich ihn auf Marokko unser Ziel anspreche, wird er still und humpelt zur T\u00fcr hinaus. Sp\u00e4ter erfahre ich auch wieso. Vor einigen Jahren ist er nahe Rabat mit einem Scheich aus den Arabischen Vereinigten Emiraten bei einen Unfall in einen See gest\u00fcrzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Heike:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser n\u00e4chstes \u201eLuftziel\u201c ist Ronda. Die maurisch gepr\u00e4gte Altstadt La Ciudad die mitten auf einem steil abfallenden Felsplateau liegt ist Roberts Fotomodell. Ich umkreise das Plateau in unterschiedlichen H\u00f6hen, so dass dem Fotografen immer wieder unterschiedliche Blickwinkel geboten werden. Als ich unterhalb des Felsniveaus nahe an der Wand durch die Schlucht El Tajo fliege geht es abw\u00e4rts wie im Fahrstuhl. Ich bin voll ins Lee geflogen und drehe nun schnell ab und versuche wieder H\u00f6he zu gewinnen. Von Ronda aus geht es auf dem direkten Weg nach Trebujena LETJ, unserem letzten europ\u00e4ischen Ziel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Robert:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Endlich bin ich mal in Ronda zum fotografieren aus der Luft. Ronda la Vieja, die alte Stadt. Sehr maurisch gepr\u00e4gt bietet es alles was ein andalusischer Vorzeigeort zu bieten hat. Stierkampfarena, wei\u00dfe H\u00e4user, enge Gassen. Eine Schlucht trennt die Altstadt von der Neustadt ab und wird mittels der markanten Br\u00fccke, der Puente Nuevo, mit einer H\u00f6he von ca. 100m verbunden. Dort schick ich Heike ins Lee und prompt kommt von ihr starkes Gejammere untermalt von hektischer Aktivit\u00e4t.\u00a0 Okay das war fies von mir, gebe ich ja zu. Aber die Position musste einfach sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das waren auch schon die letzten H\u00fcgellandschaften die wir besuchten in Spanien, jetzt wird\u2019s flacher, es geht Richtung Costa. Costa de La Luz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tja, und schon sind wir nach 11 Tagen mit 6 Pausentagen endlich in Trebujena angekommen unserem Sprungbrett zu Marokko. Afrika in Sicht und Riechweite. Als wir an diesen Donnerstag dort aufschlagen, glaube ich zun\u00e4chst ich sitze vollends in der Pampa, dabei will ich doch weiter. Immerhin noch ein wenig weiter. Schlie\u00dflich biegt doch noch ein Mensch um die Ecke. Norbert Brodnig. Der \u00f6sterreichische \u201eFlugsaurier\u201c verbringt hier seine Winter. Fr\u00fcher Inhaber einer Drachen und Gleitschirm Flugschule, Besitzer mehrerer Bungee Jump Anlagen, schult er hier angehende Gyropiloten in den Wintermonaten bei fast immer fliegbaren Bedingungen. Ansonsten genie\u00dft er ruhige Abendfl\u00fcge in den Sonnenuntergang, wie richtige Aircowboys das eben so machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleich am n\u00e4chsten Tag st\u00fcrmen wir mit geballter\u00a0 Mannschaft fr\u00fchmorgens das Flugplanoffice vom Flughafen Jerez de la Frontera. Das einzige was die Dame moniert ist der Ausweichflugplatz Gibraltar. Dazu muss man wissen das es augenblicklich dort gerade gewisse Spannungen zwischen den Spaniern und Engl\u00e4ndern gibt und teilweise Kriegsschiffe dort rumlungern um mit Macht zu Balzen. Der ewige Streit eben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Flugplan scheint irgendwie zu klappen, wir fahren zur\u00fcck und freuen uns auf den morgigen Flug \u00fcber die Strasse von Gibraltar. Sind aufgeregt nerv\u00f6s und voller Vorfreude was uns erwarten wird in Afrika. Zur\u00fcck in Trebujena, mit dem Auto nur ca. 20min Fahrt, legen wir alles f\u00fcr den fr\u00fchen Abflug morgen parat, und wir singen tanzen und freuen uns f\u00fcr die weite Strecke die wir bis hierher schon zur\u00fcckgelegt haben und was wir alles erleben durften. \u00dcberall haben wir nette Leute kennengelernt, wurden freundlich empfangen, aufgenommen. Und wenn mich heute jemand fr\u00e4gt was war das sch\u00f6nste an dieser Reise, dann sage ich sogleich es waren die vielen netten freundlichen und herzlichen Begegnungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zeit morgen wird knapp, denn der vorhergesagte Wind nimmt zu!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nur zwei Stunden sp\u00e4ter dann der Anruf vom Jerez Flightplanoffice. Marokko erlaubt uns den Einflug nicht, da wir keine permission haben. Na jetzt aber! Wir haben sechs Wochen vorher, alle Papiere\/ Dokumente\/Lizenzen \/etc.\u00a0 an die marokkanische CAA geschickt.\u00a0 Ab dem Zeitpunkt als alles geschickt war, haben wir nichts mehr geh\u00f6rt.\u00a0 Keine Mail wurde mehr beantwortet. Am Telefon erreichten wir niemanden. Nun kam der Tag des Abfluges immer n\u00e4her. Also ging ich davon aus dass mit ausf\u00fcllen des Flugplanes auch alles in Ordnung sein w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den ganzen Nachmittag telefonieren ich mit Mohammed, na gut er ging zweimal ans Telefon, wo er mich immer nur weiterleitet an ein tut tut Signal. Auch das Fax das vom Office in Jerez aus geschickt wird bleibt unbeantwortet. Es ist echt zum verzweifeln. Wir erreichen nix und niemanden.\u00a0 Bis zum Abend sind wir dann recht frustriert. Soll jetzt alles umsonst gewesen sein?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da kommt Norbert kommt mit Plan A wie Alkohol um die Ecke, und wir gehen Fasching feiern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Heike:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Abend st\u00fcrzen wir uns zu Dritt in das spanische Nachtleben. Ich kenne nun alle Bodegas von Chipiona und vor allem deren Muscatel. Ich hoffe dass meine Leber und mein Kopf nicht allzu nachtragend sind. Am n\u00e4chsten Tag ist an fliegen nicht zu denken. Drei jaulende H\u00e4ufchen Elend h\u00e4ngen in den Seilen und jeder Gedanke an Muscatel l\u00f6st Brechreiz aus. Mein Erstflug mit einer Trixy muss leider noch warten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff9900;\">Robert:<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den ganzen n\u00e4chsten Tag versuche ich noch jemanden in Marokko zu erreichen. Nichts, aber gar nichts! Okay, wir machen das Beste daraus und fahren nach Cadiz um&#8230; um wieder mal Fasching zu feiern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Fasching in Spanien muss ich sagen der dauert wirklich lange, immer und \u00fcberall wird gefeiert, an manchen Orten sind wirklich alle verkleidet, springt permanent jemand mit einer Tr\u00f6te rum und an allen Wochenende ist Halligalli.\u00a0 Der Vorteil im Gegensatz zu uns, man kann drau\u00dfen feiern! Ich kann dazu sagen er ist angenehm, lustig und sehenswert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun ist schon Montag, der Levante hat jetzt voll eingesetzt, B\u00f6en in der Strasse von Gibraltar mit bis zu 90km\/h, die Marruecos wollen uns nicht, die Zeit geht uns aus, so ein Mist. Wir haben soviel durchgemacht, 3 Monate Planung, 11 Reisetage \u00fcber 20 Flugstunden bis hierher, auf \u00fcber 2200Flugkilometer durch Regen, Schnee, Hagel und Sturm alle Mittelmeerwinde kennengelernt? War jetzt alles umsonst? Werden wir noch zum Skifahren nach Marokko kommen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Robert: auf Urlaub&#8230;.oder? Der Sand an meinen nackten F\u00fc\u00dfen ist gerade angenehm warm, nicht zu hei\u00df, dazu die leichte Brandung die vom Atlantik an den Strand rollt, Wind in den&#8230;<\/p>\n<div class=\"more-link-wrapper\"><a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/abenteuerpiloten.de\/?page_id=104\">Weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\">FRANKREICH-SPANIEN 2014<\/span><\/a><\/div>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":231,"parent":90,"menu_order":5,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-104","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","excerpt"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/abenteuerpiloten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/104","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/abenteuerpiloten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/abenteuerpiloten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/abenteuerpiloten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/abenteuerpiloten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=104"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/abenteuerpiloten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/104\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":401,"href":"https:\/\/abenteuerpiloten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/104\/revisions\/401"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/abenteuerpiloten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/90"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/abenteuerpiloten.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/231"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/abenteuerpiloten.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}