Tunesien: ein Tag Sizilien

Eineinviertel Stunden nach unserer Landung in Comiso starten wir um 19 Uhr Richtung Avioclub Centro Sicilia Walter Fonti. Eigentlich liegt dieses Agritourismo ziemlich blöd für uns, da es nicht auf unserer morgigen Heimflugroute liegt. Zuerst hat Robert versucht Stephen in Marina di Monica anzurufen ihn aber leider nicht erreicht. Bei dem Agritourismo Calatabiano in der Straße von Messina, das auf unserer Route liegt geht auch niemand ans Telefon. Robert, der in Italien reden muss, da ich leider nichts verstehe, macht die Unterkunft im Centro Sicilia klar. Wir haben nicht mehr viel Zeit. Sunset sitzt uns im Nacken. Der Flugplatz sieht von der Luft aus wie ein schlechter Feldweg. Bei der Landung merke ich, dass er nicht nur so ausschaut sondern es definitiv ist. Dazu geht es noch „steil“ bergauf oder bergab, je nachdem von welcher Seite man es sieht. Das Gefälle ist so, dass es Sinn macht, egal von wo her der Wind kommt, immer bergauf zu landen und bergab zu starten.

Nach unseren Luxusbahnen in Tunesien und Comiso muss ich mich erst wieder an ein „Campo di volo“, einen italienischen UL Platz gewöhnen. Wir werden von einem freundlichen jungen Mann in Empfang genommen und zum Agritourismo am Ende der Landebahn begleitet. Das Zimmer ist schön, wir sind die einzigen Gäste und er fragt uns ob wir zu Abend essen möchten. Wir wollen! Ich habe schon lange nicht mehr so teuer und so schlecht gegessen. Ich denke, dass das Agritourismo toll ist, wenn was los ist. Hier war heute niemand auf uns eingestellt. Der junge Mann ist sehr nett und macht uns für 20€ pro Person eine Tiefkühlpizza warm. Dann kommt die Ernüchterung. Der Hauptgrund warum wir von Comiso weg geflogen sind ist das Benzin. Wir benötigen Sprit was es dort nicht gibt. Hier leider auch nicht. Normalerweise wohl schon aber heute nicht.

Beim Frühstück versucht Robert wieder Stephen zu erreichen. Er geht sofort ans Telefon. „Come to Marina di Modica I´am at the airfield and I will pick up the fuel with you“ meint der sizilianische Engländer. Wir hüpfen nach Marina die Modica. Hüpfen im wahrsten Wortsinn. Es ist turbulent, der Wind hat noch mehr aufgefrischt und ist sehr böig. Als wir landen ist Stephen noch in der Luft, setzt kurz nach uns ebenfalls auf. „What a ride, up and down like a rollercoaster“ sind seine Begrüßungsworte. Robert und ich beschließen dass es besser ist heute nicht weiterzufliegen. Ich frage Stephen nach einem Hotel worauf er meint was wir in einem Hotel wollen. Selbstverständlich werden wir bei ihm und seiner Frau Rachel schlafen. Wir verbringen einen schönen und entspannten Tag mit den beiden, die zur Hälfte in Sizilien und zur Hälfte in Cornwall leben, wenn sie nicht gerade mit ihrem Boot um die Welt segeln. Rachel kocht zum Mittagessen Spaghetti mit einer unheimlich leckeren Soße. Die Engländerin ist kulinarisch eine echte Italienerin. Am Nachmittag bäckt sie unser Catering für den Weiterflug. Gesalzene Parmesankekse. Lecker! Den Abend lassen wir zusammen in einer echten sizilianischen Taverna ausklingen. Ich bin gar nicht traurig, dass wir heute nicht weiterfliegen konnten.

Um 6:30 Uhr weckt uns Stephen. Er hat für uns Frühstück gemacht! Danach fährt er uns zum Flugplatz und um 7:30 Uhr sind wir airborn.

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